Krisen-Konferenz in Holzwickede: So wollen Taxiunternehmer ihre Branche retten

Personal-Mangel

Taxi-Fahrer sind auf dem heimischen Arbeitsmarkt Mangelware. Die Branche hat dem Mangel schon längst den Kampf angesagt: Sie basteln derzeit an einer Strategie, um neues Personal zu gewinnen.

15.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Krisen-Konferenz in Holzwickede: So wollen Taxiunternehmer ihre Branche retten

Bei einer Infoveranstaltung gab der Geschäftsführer vom Logistik Ausbildungszentrum NRW, Peter Steckel, einen Überblick über die Möglichkeiten der Qualifizierung. © Udo Hennes

Der Mangel in der Taxi-Branche ist allgegenwärtig. Probleme bereitet in Holzwickede aber nicht etwa die sinkende Nachfrage von Kunden, wie es vielerorts beklagt wird, sondern vielmehr das fehlende Personal. In der Emscherquellgemeinde hat Nicole Steinberg, Inhaberin eines Holzwickeder Taxibetriebs, angeregt, dass sich Taxiunternehmer aus dem gesamten Kreisgebiet zusammenschließen und über das Personal-Problem der Branche beraten sollen.

Vor einer Woche war es dann soweit: Mehr als 20 Vertreter der kreisweiten Personenbeförderungs-Betriebe kamen nach Holzwickede, um sich über die Initiative zu informieren. Eingeladen waren mehr als 50 Unternehmer, der Grund für die teils kurzfristigen Absagen zeugt von den Problemen: „Einige konnten nicht kommen, weil sie wegen des Personalmangels an diesem Abend selbst Fahrten übernehmen mussten“, sagt Steinberg.

Potenzielle Taxifahrer begleiten

Gewinnbringend war der Abend allemal. So wurde ein erstes Konzept entwickelt. Der Schlüssel soll in der Qualifizierung von Personal liegen: Unter dem Motto „Taxifahrer-Training für Einsteiger“ sollen potenzielle Interessenten angesprochen werden, die sich eine Tätigkeit als Taxi- oder Mietwagenfahrer, beziehungsweise für Krankentransporte oder für Schülerfahrten vorstellen können.

Denn die Hürden für eine Einstellung sind für viele Bewerber hoch. Die größten Schwierigkeiten bereitet ihnen laut Steinberg die Prüfung zur Ortskenntnis. „Ziel ist es, dass wir Bewerber im Rahmen von Qualifizierungen auf die Herausforderungen vorbereiten. Sie sollen ohne Angst in die Prüfungen gehen können“, erklärt Steinberg.

Einen wichtigen Partner dafür haben die Taxiunternehmer im Logistik Ausbildungszentrum (LAZ) NRW mit Sitz in Holzwickede gefunden. Dort sollen Schulungen stattfinden, wie sie dort seit vielen Jahren etwa mit Gabelstaplerfahrern gemacht werden.

Kurse sollen Praxisbezug vermitteln

Es sind sehr praktisch angelegte Kurse, wie LAZ-Betriebsleiter Frank Bärmann erklärt: „Nach den ersten Planungen wird das so aussehen, dass die Teilnehmer in der ersten Woche allgemeine Infos zum Arbeitsalltag bekommen. Sie lernen, wie sie mit Kunden umgehen und was sie in Notfällen zu machen haben. In den folgenden zwei Wochen machen wir dann theoretische Übungen zur Ortskenntnisprüfung.“

Bezahlt werden sollen die Qualifizierungen von der Agentur für Arbeit. Derzeit werde geprüft, ob das Projekt auch zum Teil mit Fördermitteln finanziert werden kann.

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