Krimi-Autorin I. L. Callis schreibt einen Selm-Krimi, obwohl sie die Stadt nicht kennt

dzMord am Hellweg

Die Krimiautorin I. L. Callis kennt Selm nicht, wird aber über die Stadt schreiben - für die Jubiläumsauflage von „Mord am Hellweg“. Viel ist noch geheim, ein paar Infos gibt es aber schon.

Selm

, 15.11.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zur Jubiläumsveranstaltung von „Mord am Hellweg“ im Zeitraum vom 19. September bis 14. November 2020 ist die Stadt Selm wieder vertreten. Darum hat sich die Autorin I. L. Callis in diesen Tagen in Selm umgeschaut, um einen Einblick von der Stadt zu erhalten. Wo sie ihr Verbrechen stattfinden lässt und wie es geschieht, das bleibt noch offen.

„Mindestens ein Mord ist jedoch obligatorisch“, erklärte Sine Ziegler vom Festivalteam Kulturbetriebe Unna. Einen thematischen Bezug soll es zur Alten Synagoge geben. Im Mittelpunkt der Recherche stand ein historischer Stadtrundgang, der besonders die Geschichte der jüdischen Gemeinde beleuchtet.

Mit dem Stadtführer fuhr die Autorin durch Selm

Gemeinsam mit Margit Breiderhoff von der BiB besuchte Callis die Stadthistorikerin Christel Gewitzsch, die über viele Quellen verfügt. Um sich mit der Stadt vertraut zu machen, führte sie Stadtführer Peter Sowislo zu bedeutenden Stadtpunkten mit historischem Bezug: Torhaus Schulze Weischer, Friedenskirche und Friedhof, Südkirchener Straße („Judenstraße“), verschiedene Stolperstein-Orte, Synagoge, jüdischer Friedhof, Zeche Hermann und weitere Orte.

„Das ist für die Glaubwürdigkeit der Geschichte wichtig und gibt ihr einen anderen Tiefgang“, betonte sie. Die Straßennamen, die Gebäude, die Menschentypen müssen einen Wiedererkennungswert für den Leser haben. Callis verriet, dass sie bereits erste Ideen habe für ihre Geschichte. Sie sieht vor allem die Herausforderung darin, dass der Inhalt eng mit dem Ort verbunden sein muss.

Abgabefrist bis Ende März

„Selm ist bestimmt ein interessanter Ort mit einer interessanten Vergangenheit“, meinte sie. Man müsse die Geschichte nur „freilegen“, denn eigentlich sei sie immer da, fügte sie hinzu. Noch wusste sie nicht, wie, wo und wann die Geschichte passieren wird. Fest stehe, dass sie einen „Bogen schlagen“ wolle „von der Vergangenheit zur Zukunft“. Natürlich wird Callis ihre Geschichte in Selm präsentieren. Wo, das stand noch nicht fest. Bis Ende März ist die Abgabefrist datiert. Bis dahin hat sie nun Zeit, einen – oder mehrere – Morde in Selm passieren zu lassen.

Bereits in 2010 spielte ein „Mord am Hellweg“ in Selm. Damals recherchierte Anne Chaplet für ihre Geschichte „Countdown in Selm“. Bedingungen für den Auftragskrimi sind, dass der Stadtname im Titel vorkommt, es mindestens einen Mord geben muss und er mindestens zwölf Seiten lang sein soll. Die Teilnahme am Krimifestival geschieht auf Einladung durch die Festivalleitung. Bisher sind 220 Mordgeschichten geschrieben worden mit 513 Todesfällen. Das Festival findet alle zwei Jahre statt. 2020 feiert es sein zehnjähriges Jubiläum. Die letzten drei Ausgaben der Krimireihe sind in der BiB vorrätig

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