Angeschlagene Krefeld Pinguine gewinnen „Spiel des Jahres“

Ein Derbysieg als erhoffte Trendwende: Das 4:3 am Freitag gegen Düsseldorf soll den finanziell angeschlagenen Krefeld Pinguinen sowohl sportlich als auch wirtschaftlich helfen. In knapp drei Wochen entscheidet sich die Zukunft. Auch Köln feiert einen wichtigen Sieg.

01.11.2019, 19:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die von der Insolvenz bedrohten Krefeld Pinguine aus der Deutschen Eishockey Liga war das 4:3 (2:1, 2:2, 0:0) gegen die Düsseldorfer EG am Freitag mehr als ein Derbysieg. „Das war Werbung für Eishockey in Krefeld“, jubelte der euphorisierte Geschäftsführer Matthias Roos nach dem zum „Spiel des Jahres“ ausgerufenen Prestige-Duell. „Jeder in Krefeld will DEL-Eishockey.“

Philipp Kuhnekath (17. Minute), William Besse (20.), Phillip Bruggisser (26.) und Mark Cundari (39.) trafen für Krefeld. Für den enttäuschenden DEL-Mitfavoriten aus Düsseldorf waren Luke Adam (2. Minute), Chad Nehring (25.) und Marc Zanetti (40.) erfolgreich.

Trotz zuvor zehn Niederlagen aus elf Spielen war die Arena mit 8029 Zuschauern zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ausverkauft. Und die Fans waren in einem Spiel auf sonst schwachem Niveau begeistert vom Kampfgeist der Pinguine, die zuletzt wohl auch angesichts der finanziellen Situation sportlich nicht überzeugt hatten. „So ein Sieg heute im Derby kann viel freisetzen“, frohlockte Nationalstürmer Daniel Pietta, der auf neue Investoren hofft.

Nach Darstellung der Pinguine schuldet Gesellschafter Michail Ponomarew dem deutschen Meister von 2003 seit Monaten zugesagte Gelder. Ponomarew bestreitet dies. Der Club strebt nun eine neue Gesellschafterstruktur ohne Ponomarew an, die am 19. November fix gemacht werden soll. Nur wenn dieser Plan gelingt, haben die Pinguine laut Roos eine Zukunft. Ansonsten droht spätestens zur kommenden Saison der Rückzug aus der DEL. „Das wird ein existenziell wichtiger Tag für die Pinguine“, meinte Roos, der im schlimmsten Fall sogar einen Insolvenzantrag stellen müsste, sollte Ponomarew seine Anteile nicht verkaufen wollen. Potentielle Investoren gebe es.

Zumindest sportlich hat sich die Situation nun erstmal beruhigt. Trotz der Niederlagenserie zuletzt steht Trainer Brandon Reid laut Roos nicht zur Debatte, selbst wenn das Team am Sonntag beim Meister Adler Mannheim wieder verlieren sollte. Die Adler verloren am Freitagnachmittag bei den Kölner Haien mit 1:2 (1:0, 0:1, 0:0) nach Verlängerung. Das Siegtor für den zuvor ebenfalls kriselnden Haie schoss Jonathan Matsumoto in der fünften Minute der Overtime. Außerdem besiegte Ingolstadt die Augsburg 2:1 (0:0, 2:0, 0:1).

Weitere Meldungen
Meistgelesen