Krankenhaus-Geschäftsführer beklagt zu geringe Investitionsmittel

dzKrankenhausverbund

Ein Finanzfiasko an vielen NRW-Kliniken benennt eine neue Studie. Wie es um das St.-Marien-Hospital steht, dazu sagt der Geschäftsführer nichts. Er spricht aber von ähnlichen Problemen.

Lünen, Werne

, 19.11.2018, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weit weniger als die Hälfte der 344 NRW-Kliniken rechnet für das laufende Jahr noch mit Schwarzen Zahlen. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 300 Krankenhausgeschäftsführern der Unternehmensberatung KPMG. Axel Weinand ist Geschäftsführer des St.-Marien-Hospitals Lünen und des St.-Christophorus-Krankenhauses Werne unter dem Dach „Katholisches Klinikum Lünen/Werne“. Er wollte sich auf Nachfrage der Redaktion zu der konkreten finanziellen Situation der Häuser nicht äußern.

Bis zum Jahresende kann noch viel passieren

Bis zum Jahresende könne noch eine Menge passieren, begründet er seine Zurückhaltung. Gerade in den letzten Jahren habe sich gezeigt, dass Schwankungen in bestimmten Monaten das gesamte Ergebnis ins Positive wie ins Negative bringen könnten.

Weinand spricht von bundesweit rückläufigen Fallzahlen. Das sei auch in Lünen und Werne spürbar. „Es ist schwierig, die Ursache zu finden“, erklärt er. Teilweise sei das Patientenaufkommen auch witterungsbedingt. Die Schließung der Urologie Ende 2016 habe sich auf die Fallzahlen ausgewirkt, das habe 2017 zum Teil kompensiert werden können.

Unterfinanzierung von Investitionen

Weinand kritisiert die Unterfinanzierung durch Bund und Land bei gleichzeitigen Kostensteigerungen und medizinischem Fortschritt, der auch Investitionen in neue Geräte erfordere. Er verweist auf eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Demnach habe 2014 der jährliche Investitionsbedarf der NRW-Kliniken bei 1,5 Milliarden Euro gelegen.

Das Land zahlte 500 Millionen Euro. Die beiden Krankenhäuser in Lünen und Werne haben 4,3 Millionen Euro jährlich bekommen. Das sind 2,5 Prozent des Umsatzes. Sie bräuchten aber 13 Millionen Euro, nämlich 8 Prozent des Umsatzes, um den Investitionsbedarf zu decken. „Somit bleibt ein Delta von 8,7 Millionen Euro“, erläutert Weinand.

Klagen der Kliniken bleiben ungehört

Schon damals prognostizierte das RWI, bei gleichbleibender Landesförderung würden die NRW-Kliniken 2025 durchschnittlich ein Jahresergebnis von minus 0,9 Prozent erwirtschaften.

Die Folge sei eine Verschlechterung der Patientenversorgung und der Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter sowie eine Entkopplung vom medizinischen und technischen Fortschritt. „Seit Jahren klagen die Krankenhäuser, aber es passiert nichts“, erläutert Weinand.

NRW-Gesundheitsminister plant Reform

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) plant eine grundlegende Reform. Er will Überangebote abbauen und medizinische Kompetenz in Zentralkrankenhäusern bündeln. „Ich bin gespannt“, sagt dazu Axel Weinand.

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