Kosten für Job-Speed-Dating machen Werner Unternehmerin fassungslos: „Sind Sie irre?“

dzJob-Center Kreis Unna

Unternehmerin Uta Leisentritt kam mit schlechten Erfahrungen von einem Job-Speed-Dating in Lünen zurück. Als sie nun von den Kosten für die Veranstaltung erfuhr, war sie vollends auf dem Baum.

Werne

, 23.11.2019, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sechs Stunden hatte die Werner Unternehmerin auf dem sogenannten Job-Speed-Dating des Job-Centers Kreis Unna in Lünen geopfert. Von 23 ihr avisierten Bewerbern für ihre fünf freien Stellen sind zehn erst gar nicht erschienen. Zwei wollten nicht arbeiten, zehn anderen fehlte die erforderliche Qualifikation - nervig genug für die Unternehmerin.

Doch als sie nun die Kosten für die Veranstaltung erfuhr, verschlug es der ansonsten redegewandten Unternehmerin, Politikerin und Verbandsvertreterin die Sprache: „Drei-hundert-sechzig-tausend Euro“, sie betont jedes einzelne Wort, „360.000 Euro hat das in Lünen gekostet.“ Drei Tage Vorbereitungszeit für 300 Leute und der Tag des Job-Speed-Datings selbst.

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Woher hat sie die Information? „Vom Chef des Job-Centers, Herr Ringelsiep“, sagt sie. Uwe Ringelsiep hatte Leisentritt nach deren harscher Kritik am Verlauf des Job-Speed-Datings ein Gespräch angeboten. Das fand nun vor einigen Tagen bei Leisentritt statt, in deren Fahrzeugbaufirma Alf im Gewerbegebiet Wahrbrink. „Als ich nach den Kosten gefragt habe, kam ohne Zögern die Antwort: ‚360.000 Euro‘.“

Sind Sie irre, habe sie daraufhin gefragt und gesagt: „Das kann doch nicht wahr sein.“ Doch, sei es, habe Ringelsiep gesagt. Drei Tage Coaching plus der Speed-Dating-Tag selbst: Bei 1200 Euro pro Teilnehmer und 300 Kunden käme man eben auf besagte 360.000 Euro. „Da habe ich gedacht, ich habe den falschen Job“, sagt die Unternehmerin.

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Was ihr besonders quer geht: Die ihrer Meinung nach unfassbare Diskrepanz zwischen den Kosten und der Wirkung. Wenn 300 Kunden des Job-Centers (in der Regel Langzeitarbeitslose) geschult wurden, 280 letztendlich zum Job-Speed-Dating eingeladen, 40 davon gar nicht erschienen seien und das Ganze auch noch folgenlos für die Arbeitssuchenden bliebe - „dann kann das doch nicht sein, dass unsere Steuergelder so verpulvert werden“, erregt sich Leisentritt.

Job-Center-Chef: Summen sind völlig normal

Kaum fassen konnte sie auch die Selbstverständlichkeit, mit der der Job-Center-Chef solche Summen als völlig normal ansehe. „Das wäre letztlich sogar noch günstig“, habe Ringelsiep zu ihr gesagt. Es sei völlig normal, dass solche Maßnahmen dieses Geld kosten würden.

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Tatsächlich ruft eine aktuelle Ausschreibung vom Job-Center in Gelsenkirchen für eine vergleichbare Veranstaltung eine Summe von mehr als 300.000 Euro auf.

Leisentritt will das nicht auf sich beruhen lassen. Sie will über ihre Partei- und Verbands-Arbeit das Thema weiter in den Fokus rücken: „Für mich ist das Verschleuderung von Steuergeldern.“

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