Kopftuchstreit: Lehrerinnen fordern vor OVG Entschädigung

Das Land NRW muss sich als Arbeitgeber der Lehrer an bestimmte Pflichten halten. Zwei Lehrerinnen, die wegen ihres Glaubens ein Kopftuch tragen, sehen Verstöße und fordern eine Entschädigung.

04.10.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kopftuchstreit: Lehrerinnen fordern vor OVG Entschädigung

Eine Hinweistafel weist unter anderem auf das OVG Nordrhein-Westfalen in Münster hin. Foto: Guido Kirchner/dpa

Sie tragen wegen ihres Glaubens ein Kopftuch und werfen dem Land Nordrhein-Westfalen vor, aus diesem Grund als Lehrerinnen nicht eingestellt oder verbeamtet worden zu sein. Daher fordern sie eine Entschädigung. Mit dem Streit beschäftigt sich am Montag das Oberverwaltungsgericht in Münster in einer Berufungsverhandlung. Das Verwaltungsgericht Köln hatte die Klage der beiden Lehrerinnen in der ersten Instanz abgewiesen. Grund: Die religiöse Überzeugung sei nicht der Grund für die Abweisung gewesen.

Hintergrund des Streits ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 2015. Die Richter in Karlsruhe hatten vor vier Jahren das pauschale Kopftuchverbot im Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen für verfassungswidrig erklärt. Daraufhin klagten die Frauen mit Bezug auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Das AGG regelt unter anderem, dass Arbeitgeber wegen ihrer Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alters oder Weltanschauung nicht benachteiligt werden dürfen.

Das OVG muss jetzt klären, ob den Klägerinnen nach dem AGG eine Entschädigung zusteht, weil sie zu einem früheren Zeitpunkt nicht verbeamtet beziehungsweise nicht in den Schuldienst aufgenommen wurden. Die Frage ist, ob der Staat in seiner Rolle als Arbeitgeber gegen das AGG verstoßen hat.

Eine der beiden Frauen wohnt nach Angaben des Gerichts in Köln. Sie klagt, weil sie nach ihrem Referendariat 2007 und in den folgenden Jahren nicht in den Schuldienst eingestellt wurde. Dafür macht sie das später gekippte Kopftuchverbot verantwortlich.

Die zweite Klägerin wohnt heute in Marburg in Hessen. Sie wurde 2004 als Lehrerin angestellt, bekam aber keinen Beamtenstatus. 2005 stellte sie einen erneuten Antrag auf Verbeamtung - wieder erfolglos. Erst im September 2015 war sie - nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts - erfolgreich und wurde Beamte.

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