Konkrete Pläne für Mercedes-Fläche - aber die Politik ist nicht begeistert

dzHotel, Gastronomie, Parkplätze

So eine Chance gibt‘s nie wieder: Die Mercedes-Fläche, ein riesiges Grundstück, mitten in der Stadt. Was soll daraus werden? Peter Czub hat einen Plan. Die Politik ist nicht begeistert.

Lünen

, 12.11.2018, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Grundzüge von Unternehmer und Projektentwickler Peter Czubs Plan sind schnell umschrieben: Vier Elemente sollen auf der rund 10.000 Quadratmeter großen ehemaligen Mercedes-Fläche entstehen. Ein Steakhaus, ein asiatisches Restaurant, ein Hotel und zu bezahlende Parkplätze, die auch Besuchern der nahegelegenen Innenstadt zugute kommen sollen.

Die Sache mit dem Workshop

Investoren, sagt Czub, wüssten über die Pläne Bescheid und seien mit im Boot. Geht es nach ihm, könnte es eher gestern als morgen losgehen. Bis zu 7500 Gäste pro Woche könnte das Konzept nach Lünen bringen, hat Czub ermitteln lassen. Dafür jedoch muss er noch das Grundstück von der Stadt kaufen.

„Damals waren im Prinzip alle dafür.“
Peter Czub zu seinen Plänen, die er im April schon der Politik vorgestellt hat

Heißt: Es braucht einen politischen Beschluss. Und die Begeisterung dort hält sich in Grenzen - obwohl Czub Vertretern von Politik und Wirtschaftsförderung seine Ideen schon im April diesen Jahres vorgestellt hatte. „Damals“, sagt Czub, „waren im Prinzip alle dafür.“ Dann jedoch habe Technischer Beigeordneter Arnold Reeker gesagt, man habe jetzt schon 50.000 Euro in einem Planungs-Workshop investiert, dann müsse der auch durchgeführt werden.

Konkrete Pläne für Mercedes-Fläche - aber die Politik ist nicht begeistert

So sieht Czubs Plan aus: Unten das Asia-Restaurant, oben links ein Hotel, oben rechts das Steakhaus - dazwischen Parkplätze. © Czub

Genau das ist in der Zwischenzeit auch passiert. Rund 30 Fachleute sowie Vertreter der Politik kamen im September zu einer Experten-Werkstatt zusammen, um über mögliche Entwicklungsmöglichkeiten des Geländes zu debattieren. Handel sei dort keine Option, hieß es da, stattdessen könnte es eine Mischnutzung aus Wohnen, Dienstleistung oder Büros werden. Der Technische Beigeordnete Reeker warnte: Man müsse sich von der Illusion verabschieden, wonach in zwei Jahren die Neubebauung perfekt sei. Stattdessen sollten die Ergebnisse des Workshops erst einmal aufbereitet werden.

Zustimmung der Politik ist fraglich

Klar ist: Czub bräuchte für die Umsetzung seiner Pläne die Zustimmung der Politik. Ob er die bekommt, ist fraglich: „Die Pläne wurden in einer sehr frühen Phase vorgestellt“, sagt Arno Feller, der für die CDU auch am Workshop teilgenommen hat. Die Meinungen zur Nutzung der Fläche gingen aber deutlich auseinander. Die Fläche sei bedeutend: „Insofern ist ein Schnellschuss mit Sicherheit nicht das Richtige.“ Die CDU habe mehrfach auch den Wunsch geäußert, die Fläche kulturell zu nutzen.

Konkrete Pläne für Mercedes-Fläche - aber die Politik ist nicht begeistert

So könnte das asiatische Restaurant aussehen, das auf der Mercedes-Fläche entstehen soll. © Czub

Auch die SPD will „keinen Schnellschuss“, sagt Fraktionsvorsitzender Michael Haustein. „Wir müssen uns Zeit lassen, die Fläche ist ein Eingangstor in die Stadt. Wir springen nicht auf jeden Zug auf.“ Die Fraktion habe aber noch weitere Bedenken. „Beim Stadtquartier am Park hat Czub auch viel versprochen, das ist bis heute nicht abgeschlossen.“ Czub war bei dem Bauprojekt gemeinsam mit dem Immobilien-Makler Helmut von Bohlen Geschäftsführer. Kurz vor der Fertigstellung meldete die gemeinsame GmbH Insolvenz an. Das Verfahren läuft bis heute, beide Geschäftsführer gaben sich gegenseitig die Schuld am späten Scheitern.

Die Stadtspitze sowie Wirtschaftsförderer Eric Swehla wollen sich am Dienstag zur aktuellen Situation rund um die Mercedes-Fläche und den Czub-Plänen äußern.
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