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Komfort im Sinne der Umwelt

Altpapiertonne

Die Altpapiertonne ersetzt in den meisten Kommunen Sammelcontainer.

GWA Kreis Unna
21.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Kreis Unna. Bereits seit Jahrzehnten wird Altpapier separat gesammelt. Das liegt vor allem daran, dass Papier kein Müll ist, sondern eine wertvolle Ressource. Wer Altpapier sammelt, leistet also einen Beitrag zum Umweltschutz. Im Vergleich zur Herstellung von Papier aus Holzfasern werden bei der Verarbeitung von Recyclingpapier bis zu 60 Prozent Energie und bis zu 70 Prozent Wasser gespart. Je mehr Papier also wiederverwertet wird, desto weniger Holz muss für die Papierproduktion verbraucht werden. Zeitungen werden beispielsweise aus 100 Prozent Recyclingpapier produziert. Zwar kann Papier nicht unendliche Male recycelt werden – da die Papierfasern mehrmaliger Verwendung zu kurz werden – fünf bis sieben Recycling-Vorgänge sind jedoch möglich.

Komfort im Sinne der Umwelt

In den meisten Kommunen hat die blaue Papiertonne bereits die Depotcontainer abgelöst. © Udo Hennes

Papiertonne statt Sammelcontainer

Noch bis vor einigen Jahren wurde Altpapier über Jahrzehnte mittels sogenannter Depotcontainer an mehreren Standorten im Stadt- beziehungsweise Gemeindegebiet gesammelt. Menschen sammelten also zunächst ihr Altpapier zuhause und brachten es dann in die Papiercontainer.

Im Kreis Unna ersetzt die Papiertonne seit 2008 zunehmend die Depotcontainerstandorte. Der Vorteil der Papiertonne ist vor allem der Ersatz des Bringsystems durch das Holsystem. Verbraucher müssen ihr Altpapier also nicht mehr Zuhause lagern und dann zum Sammelcontainer bringen, sondern können es bequem vor der Haustür in die blaue Tonne werfen. Dort wird das Altpapier schließlich kostenlos im Vier-Wochen-Rhythmus abgeholt. Die Fahrten zum Depotcontainerstandort entfallen somit.

Die Papiertonne trägt durch den Wegfall der Papiercontainerstandorte außerdem zur Stadtsauberkeit bei. So werden gleichzeitig Reinigungskosten reduziert.

Und diese Vorteile sehen auch die Verbraucher. „Uns ist niemand bekannt, der seine Papiertonne wieder gegen Depotcontainer tauschen möchte“, sagt Andreas Hellmich, Leiter der Abfallberatung der GWA.

Die Papiertonne hat sich bewährt – fast alle Haushalte im Kreis Unna nutzen sie inzwischen. Auch die Kommunen selbst sehen diesen Trend. Depotcontainerstandorte gibt es zusätzlich zur Papiertonne nur noch in einzelnen Kommunen. Fast alle Kommunen im Kreisgebiet haben flächendeckend die Papiertonne eingeführt.

Verbraucher, die noch keine Papiertonne haben, begründen dies oft mit dem fehlenden Platz vor der Haustür. Doch hier findet sich in der Regel eine praxisnahe Lösung. So können sich zum Beispiel Nachbarn eine Papiertonne teilen. Sollte tatsächlich mal mehr Altpapier oder Kartonage anfallen, als die 240 Liter große Papiertonne fasst, ist die kostenlose Abgabe am Wertstoffhof möglich. Hier hat der Verbraucher in der Regel den Vorteil, große Kartonagen abgeben zu können, ohne sie erst klein machen zu müssen.

Das in den zehn kreisangehörigen Städten und Gemeinden gesammelte Altpapier wird über den Kreis gemeinsam vermarktet. Dafür erhalten die Kommunen eine Vergütung, die gebührenstabilisierend wirkt. Für 2019 plant der Kreis mit ca. 23.500 Tonnen Sammelmenge und einem Erlös von ca. 1,5 Millionen Euro.

Komfort im Sinne der Umwelt

Auf den Wertstoffhöfen stehen oft Papierpressen, in die man auch große Pappkartons werfen kann. © Udo Hennes

Tipp der GWA-Abfallberatung

Um das Thema im Kreis Unna auch schon in Kindergärten oder Schulen zu thematisieren, haben Erzieher und Lehrer die Möglichkeit, kostenlos Sets zum Papierschöpfen von der Abfallberatung der GWA auszuleihen. So setzten sich auch schon die Kleinen durch das selbstständige Herstellen des eigenen Recyclingpapiers mit dem Thema auseinander.

Komfort im Sinne der Umwelt

© Jacob, Stefanie

MonTakt_E-Paper-Ausgabe_Samstag, 22 Jun (541 kB)

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