Königspython im Mülleimer: Wie geht die Stadt Selm mit Schlangen oder giftigen Tieren um?

dzSchlangenfund in Bönen

Auch ungiftige Schlangen können ziemlich gefährlich sein. Das Einfangen eines solchen Tieres ist nicht unbedingt einfach. Die Stadt Selm hat allerdings schon Erfahrung mit solchen Fällen.

Selm

, 10.09.2019, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Großer Schreck für einen 30-jähriger Mann in Bönen: Als er am vergangenen Montag (9. September) seinen Hausmüll entsorgen wollte, fand er statt weiterem Müll eine Königspython in der Abfalltonne. Auch in Herne sorgte eine ausgebüchste Schlange vor Kurzem erst für reichlich Aufregung. In Selm wäre eine entwischte Schlange ebenfalls nicht der erste derartige Vorfall.

Tatsächlich gab es in Selm bereits mehrere Fälle, in denen Schlangen eingefangen werden mussten. Allerdings hätten diese sich bislang im Nachhinein immer als nicht giftig erwiesen, erklärt Selms Stadtsprecher Malte Woesmann. Bei den gefundenen Schlangen habe es sich bisher immer um Kornnattern gehandelt, die zwischen 1,2 und 1,5 Meter lang werden.

Erst mal müsste ein Schlangenexperte gefunden werden

Dazu, ob auch noch andere - möglicherweise gefährliche - Tiere wie Giftspinnen oder Echsen schon mal in Selm gefunden wurden, machte Malte Woesmann keine Angaben.

Wird eine Schlange oder ein anderes dieser Tiere entdeckt, arbeiten Stadt und Feuerwehr zusammen. „Zunächst wäre die Feuerwehr im Erstzugriff dafür zuständig“, erklärt der Stadtsprecher. Erst anschließend würden dann die städtischen Stellen hinzugezogen werden, so Woesmann. Das bestätigt auch Markus Groppe, stellvertretender Wehrführer der Selmer Feuerwehr.

Speziell bei einem Schlangenfund müsse erst mal ein Experte hinzugezogen werden. „Da müssten wir gucken, dass wir einen finden“, erklärt Groppe. Erster Ansprechpartner seien dann die größeren Berufsfeuerwehren, da die Experten für solche Fälle hätten, sagt er.

Für die Versorgung und Obhut ist die Stadt selbst zuständig

Malte Woesmann nennt noch weitere Experten, die kontaktiert werden könnten. „Da wäre zum Beispiel der Verein Arche 90 aus Dortmund“, sagt er. Zudem gebe es eine Reptilienauffangstation mit einer 24-stündigen Bereitschaft.

Auch in Bönen wurde direkt ein Experte hinzugezogen. Ein Schlangenexperte identifizierte zuerst die Königspython und bot an, diese auch einzufangen. In seine Obhut wollte er sie allerdings nicht nehmen. Für die Unterbringung einer Schlange oder eines anderen Tieres wäre die Stadt zuständig, teilt Woesmann mit. Die Stadt Selm würde „sich jedoch der Unterstützung Dritter bedienen“ - beispielsweise der Auffangstation.

Die Haltung von Schlangen muss in ganz Nordrhein-Westfalen nicht gemeldet werden. Daher gebe es auch keine Informationen darüber, wie viele solcher Tiere in Selm gehalten werden, erklärt Malte Woesmann. Die Bönener Königspython wurde derweil am Dienstag wieder an ihre 27-jährige Besitzerin übergeben. Die hatte sich bei der Polizei gemeldet und angegeben, ihre Schlange sei in ihren Hausmüll geflüchtet und von dort in die Mülltonne gelangt sein.

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