Kölner Ebertplatz: Reul verteidigt Polizei und Justiz

Nach einer Tötung im Drogenmilieu auf dem Kölner Ebertplatz hat NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) Kritik an Polizei und Justiz zurückgewiesen. „Wir haben uns eingelassen - Gott sei Dank - auf einen Rechtsstaat“, sagte Reul am Mittwochabend bei einer Bürgerdebatte in einer Kölner Kneipe. Straftaten müssten bewiesen werden, man könne nicht einfach „aufräumen“. Ulrich Bremer, Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, bestritt den Vorwurf der „Kuscheljustiz“. „Es ist ein mühsames Geschäft, diese Drogendelikte nachzuweisen“, sagte er. Wenn die Beweise vorlägen, würden durchaus auch harte Strafen verhängt.

28.08.2019, 23:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kölner Ebertplatz: Reul verteidigt Polizei und Justiz

Herbert Reul (CDU), Henriette Reker und Uwe Jacob sitzen bei einer Bürgerversammlung zur Debatte um den Ebertplatz. Foto: Henning Kaiser

Auf dem Ebertplatz war am Sonntag ein 25 Jahre alter Somalier von einem gleichaltrigen Landsmann erstochen worden. Hintergrund war nach Erkenntnissen der Polizei ein Streit unter Drogendealern. „Eine solche Tat kann kein Polizist auf der Welt verhindern“, sagte Polizeipräsident Uwe Jacob bei der Diskussion. Außerdem wies er darauf hin: „Die Käufer der Drogen sind überwiegend Deutsche, und die kommen auch hier aus dem Veedel (Stadtviertel).“ Bremer berichtete, der Beschuldigte schweige bisher zu den Vorwürfen.

Reul bestritt in der Debatte, die Schließung der Kneipe „African Drum“ gefordert zu haben. Zu dem Inhaber Samuel Obode sagte er: „Ich habe Sie niemals persönlich gemeint.“ Er habe lediglich darauf hinweisen wollen, dass es auf dem Platz schwer einsehbare Rückzugsräume gebe, die ein Problem darstellten.

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