Kita-Plätze in Lünen: Lage wird sich erst 2021/22 entspannen

dzPrognose zu Kinderzahlen

Die Prognosen zu den Kinderzahlen lagen zuletzt deutlich daneben. Die Folge: Lünen kriegt Probleme bei der Kitaplatz-Versorgung. Nun hat die Verwaltung erklärt, wie sie das lösen will.

Lünen

, 06.09.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der Basis der Volkszählung 2011 hatte das statistische Landesamt IT NRW eine Prognose erstellt, wie sich die Zahl der Kinder unter einem Jahr entwickelt. Blickt man auf die Zahlen der vergangenen Jahre, so zeigt sich: Lünen lag in jedem Jahr darüber - zunächst nur leicht, später dann deutlich. Auch für 2019 geht die Stadt von mehr Kindern als erwartet aus.

Die Kinderzahlen verhalten sich analog zur Zahl der Gesamtbevölkerung - auch die ist zwischen 2013 und 2019 gestiegen, und zwar um rund 2000 Menschen. Laut Stadtverwaltung habe sich die Zahl nun, „nach einigen Jahren des Anstiegs wieder abgeschwächt“. Für das aktuelle Jahr wird mit einem Rückgang um rund 60 auf 88.310 Menschen gerechnet.

„Moderates Szenario“ löste das Problem nicht

Da nun die Prognose von IT NRW derart stark von der Realität abwich, entschied die Verwaltung, diese Zahlen mit denen der Bertelsmann-Stiftung zu kombinieren. Letztere sah einen deutlich höheren Anstieg der Kinderzahlen voraus, so dass sich ein Mittelwert ergab, die die Verwaltung als „moderates Szenario“ in ihre Planungen aufnahm, und das künftig als Maßgabe für weitere Planungen diente.

Das Problem löste sich dadurch freilich nicht: Zum Beginn des Kitajahrs 2019/20 waren 100 Kinder unter drei Jahren ohne Betreuungsplatz.

Nachdem sich die Politik zunächst eher zurückgehalten hatte, wurden schließlich doch Forderungen nach schnellen Lösungen laut. Für das Kita-Jahr 2020/21 sollen nun Container den U3-Bereich erweitern - die Stadt will sie dort aufstellen, wo der Bedarf am größten wird.

So könnten, zusammen mit der Tagespflege, 45,5 Prozent der U3-Kinder versorgt werden - das wären 56 Plätze mehr als politisch beschlossen. Bei den Kindern über drei Jahren blieben allerdings erneut 79 Kinder ohne Platz. „Diese könnten durch Überbelegungen in den Einrichtungen abgefedert werden“, so die Planung der Verwaltung.

Übergangslösungen als Notfallplan

Wenn dann die drei sich derzeit im Bau befindlichen neuen Kitas fertig sind, soll sich auch die Betreuungsquote weiter verbessern. Für das Kitajahr 2021/22 rechnet die Stadt damit, dass 126 U3-Plätze mehr als politisch gefrodert zur Verfügung stehen (die Quote bliebe dann gegenüber 20/21 konstant bei 45,5 Prozent), bei den über Dreijährigen sollen es 103 Plätze mehr sein (Quote: 102 Prozent).

Dass das mit den Neubauten so eine Sache ist, hat man im Rathaus berücksichtigt: „Falls diese [Neubauten] nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen könnten, wären die Bedarfe über weitere Übergangslösungen zu decken.“

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