Kirchentagspräsident: Junge Leute oft gläubig ohne Kirche

Viele junge Leute haben nach Einschätzung des Kirchentagspräsidenten Hans Leyendecker keinen Bezug zur Kirche, sind aber dennoch gläubig. Darauf wies Leyendecker vor dem Beginn des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentags am kommenden Mittwoch (19. Juni) in Dortmund hin. Gut ein Drittel der Kirchentagsteilnehmer sei unter 30 Jahre alt. „Damit ist der Kirchentag deutlich jünger als der deutsche Bevölkerungsdurchschnitt.“ Die Losung lautet diesmal „Was für ein Vertrauen“.

14.06.2019, 06:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kirchentagspräsident: Junge Leute oft gläubig ohne Kirche

Der Journalist und Kirchentagspräsident Hans Leyendecker spricht bei einem Interview. Foto: Oliver Berg/Archiv

Es gebe gute Jugendarbeit in der Kirche, sagte der renommierte Journalist der Deutschen Presse-Agentur. „Aber bekommen die jungen Leute auch genug Verantwortung übertragen, ist die Kirche wirklich offen für den Glauben und die Ausdrucksformen junger Leute?“

Grundsätzlich müsse man unterscheiden zwischen Glaube und Kirche. „Es gibt mehr Leute, die glauben, die aber mit Kirche wenig anfangen können, die Kirche reduzieren auf Missbrauch oder Kreuzzüge oder Hexenverbrennungen. Ein bisschen spielt auch die Kirchensteuer eine Rolle.“

Zugleich stellte der Präsident des 37. Evangelischen Kirchentags klar: „Kirchentag ist nicht Kirche. Der Kirchentag ist nicht eine Eventagentur der Kirche.“ Sein Ziel für die fünftägige Veranstaltung mit vielen prominenten Teilnehmern: Ein „großes Glaubensfest“ feiern, ein „politisch guter Kirchentag“ sein und „die Zerrissenheit in der Gesellschaft ein Stück überwinden“.

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