Kinderporno-Anklage gegen Gefängniswärter: Info-Panne?

Bei Ermittlungen gegen einen Gefängniswärter im Jugendstrafvollzug wegen Besitzes von Kinderpornografie ist es offenbar zu einer Panne gekommen. Sie habe erst Mitte September von den Vorwürfen gegen den Bediensteten erfahren, sagte die Chefin der JVA Wuppertal-Ronsdorf, Karin Lammel, am Freitag auf Anfrage. Daraufhin habe sie umgehend ein Disziplinarverfahren gegen den Mann eingeleitet. Seine Suspendierung werde nun geprüft. Bislang habe er sich zu den Vorwürfen aber noch nicht geäußert, die Anhörungsfrist dauere noch an.

06.10.2018, 14:28 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Vorwürfe gegen den Mann sollen Ermittlern aber bereits im Frühjahr 2017 bekannt gewesen sein. Der Mann sei allerdings seither kaum im Dienst gewesen, sondern bereits seit Sommer 2017 dauerhaft krankgeschrieben, sagte Lammel. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst über den Fall berichtet.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen sagte, gegen den Mann sei inzwischen beim Amtsgericht Anklage erhoben worden. Es gehe um Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie. Warum die Anstaltsleitung des Jugendgefängnisses darüber erst vor wenigen Wochen informiert wurde, blieb unklar: „Darüber kann ich zur Zeit nichts sagen“, sagte der Behördensprecher.

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