Kinderbeauftragter bucht Stripperin für Weihnachtsfeier mit Minderjährigen

Aufreger auf Weihnachtsfeier

„Beschämend, niveaulos und völlig daneben“: So bezeichnen Besucher einer Weihnachtsfeier mit mehreren Kindern den Auftritt einer Stripperin. Gebucht wurde die Frau von einem Kinderbeauftragten.

München

13.12.2019, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kinderbeauftragter bucht Stripperin für Weihnachtsfeier mit Minderjährigen

Die Teilnehmenden der Matrosenchor-Weihnachtsfeier staunten (nicht) schlecht. Mit dieser „Showeinlage“ hat niemand gerechnet. © dpa

Eigentlich sollte es eine ganz normale Weihnachtsfeier des Münchner Matrosenchors werden, doch am Ende kam es zum Eklat: Grund dafür war ein Striptease-Auftritt. So hatte laut „Abendzeitung“ der erste Vorsitzende des Vereins, Thomas Neuberger, eine Nackttänzerin eingeladen.

Vorgestellt wurde sie als ein Matrosenmädchen, das unbedingt in den Chor aufgenommen werden wollte, so ein Gast gegenüber der Zeitung. Dann sollen sich zwei Herren mit ihren Stühlen auf eine Art Bühne gesetzt haben, der Blick in Richtung Publikum.

Kurz darauf begann der Auftritt: Nach Angaben einer Frau gegenüber der „Abendzeitung“ hat sich die Tänzerin Sahne auf den Hintern und den Busen geschmiert, anschließend sollten die beiden Herren die Sahne ablecken. Mehrere Gäste hätten daraufhin den Saal verlassen. Am Ende habe sich die Frau schließlich komplett ausgezogen.

Wie die Zeitung weiter berichtet, waren neben den aktiven Mitgliedern und deren Frauen auch Witwen bereits verstorbener Sänger sowie Kinder und Enkelkinder eingeladen. Mindestens vier Minderjährige sollen unter den Gästen gewesen sein.

Vorsitzender ist ehrenamtlicher Kinderbeauftragter

Die Mehrheit der Gäste habe den Auftritt als „beschämend, niveaulos und völlig daneben“ betitelt. Eines der Mitglieder gab der Zeitung gegenüber an, dass „die meisten schockiert“ waren.

Äußerst daneben fanden die Besucher den Auftritt vor allem wegen der Kinder. Aber auch von Neuberger seien sie enttäuscht, schließlich sitzt er für die Freien Wähler im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg, kandidiert für den Stadtrat und ist zudem ehrenamtlicher Kinderbeauftragter im Bezirksausschuss.

Seine eigene Tochter war nicht im Saal

Einen Tag nach dem Eklat, sagt der 43-Jährige, der selbst Vater einer Tochter ist, auf Nachfrage der „Abendzeitung“, dass sie Matrosen und daher mit allen Wassern gewaschen sind. „Wir haben kein Problem damit. Ich wollte mal etwas anderes, Besonderes bieten.“ Den Auftritt bezeichnet er als „eine Art Kunst“.

Den Hintergrund, dass Minderjährige an der Veranstaltung teilnahmen, sieht er keineswegs als problematisch an. Er meint, dass zwei Besucher mit kleinen Kindern von dem Auftritt gewusst hätten, ein anderes Kind hätte sich seinen Angaben nach darüber amüsiert.

Unterdessen will der Stadtverbandsvorstand der Freien Wähler dem 43-Jährigen in einer Sondersitzung den Verzicht auf seinen Listenplatz nahelegen. „Ich persönlich würde Herrn Neuberger raten, seine Kandidatur für den Stadtrat zurückzuziehen“, sagte Michael Piazolo, Stadtchef der Freien Wähler und Kultusminister gegenüber der „Abendzeitung“. Wenn er das nicht machen werde, wolle man ihn abwählen.

Sein Amt will er behalten

Ähnlich steht es um sein Amt als Kinderbeauftragter. Anna Hanusch (Grüne), Chefin des Bezirksausschusses, möchte in der nächsten Sitzung vorschlagen, ihm sein Amt zu nehmen. Sie sehe in seinem Verhalten eine große Diskrepanz zu seinem Amt. Bislang scheint er jedoch nicht freiwillig gehen zu wollen. Nach Angaben von Hanusch habe er ihr erklärt, sein Amt nicht freiwillig abgeben zu wollen.

RND/ce

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