Gutes tun mit röhrenden Motoren: Kimberly Niemeyers Plan ist aufgegangen trotz Kontrollen

dzTuner-Veranstaltung

Polizeikontrollen bei ihrem ersten, selbst organisierten Tuner-Treffen für den guten Zweck haben sie geärgert. Nach einem Kassensturz überwiegt bei Kimberly Niemeyer jetzt aber die Freude.

Bork

, 10.08.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere hundert Tuner und Autoliebhaber hatten schon zugesagt, über tausend weitere waren an der Tuner-Veranstaltung „Brands for Hospice“ interessiert. Doch einige kamen am 4. August (Sonntag) dennoch nicht. Grund waren Polizeikontrollen in der Umgebung und direkt am Eingang des Lasise-Geländes in Bork.

„Ich habe mitbekommen, dass viele woanders hingefahren sind“, erzählt Kimberly Niemeyer. Am Tag der Veranstaltung selbst sei sie auch ziemlich sauer auf die Polizei gewesen. Vor allem, weil andere Veranstaltungen in der Umgebung, ihrer Aussage nach, nicht so stark kontrolliert wurden. Dennoch war die 25-Jährige mit ihrem ersten selbst organisierten Tuner-Treffen durchaus zufrieden.

„Es war verdammt viel Stress“

Insgesamt kamen 3.635 Euro zusammen - eine Summe, die das Münsteraner Hospiz, welches sich um unheilbar kranke Menschen kümmert, gut gebrauchen kann. Denn alleine die jährlichen Betriebskosten betragen schon 290.000 Euro, erzählt Hospizleiter Franz-Josef Dröge. Mit Spenden werde aber auch gerne mal ein besonderer Wunsch realisiert. So wurden im vergangenen Jahr zum Beispiel barrierefreie Strandkörbe angeschafft.

Das ist das Hospiz Lebenshaus

  • Das Hospiz Lebenshaus hat seinen Sitz in Münster-Handorf und bietet Platz für insgesamt 10 Menschen, die unheilbar krank sind.
  • Insgesamt gibt es 34 hauptamtliche Mitarbeiter, die aber nicht in Vollzeit arbeiten. Auf die Mitarbeiter verteilen sich 21,5 Vollzeitstellen. Zudem gibt es noch über 30 ehrenamtliche Helfer.
  • Die Bewohner des Hospiz‘ „werden bis zu ihrem Versterben begleitet“, erklärt Leiter Franz-Josef Dröge.
  • Die Philosophie des Hospiz beinhaltet auch, dass sich alle Gäste wie zu Hause fühlen sollen. Dass bedeutet unter anderem, dass sie ihren bisherigen Tagesrhythmus beibehalten können. Dabei soll sich nicht der Hospizgast organisatorischen Abläufen anpassen, sondern andersherum.

Spenden erhalte es zwar häufiger, erzählt er, doch „aus dem Bereich des Tunings gab es so eine Veranstaltung noch nie“. „Ich fand das wirklich unglaublich.“ Für Kimberly Niemeyer war es zwar „ein echt schöner Tag“, aber eben auch ein sehr anstrengender. „Es war verdammt viel Stress für mich“, sagt sie rückblickend. Und das schon seit Monaten.

Organisation mitten im Prüfungsstress

Seit Anfang des Jahres sei sie mit den Planungen für die große Veranstaltung auf dem Lasise-Gelände beschäftigt gewesen, erzählt sie. Und das, obwohl sie aktuell auch mitten in ihren Examensprüfungen zur Altenpflegerin stecke und auch noch einen Nebenjob habe.

Um die Organisation habe sie sich daher auch „überall mittendrin“ gekümmert. „Ich war immer mit der Planung beschäftigt, selbst im Urlaub.“ Auch auf dem Weg von einer Arbeit zur nächsten habe sie oft schon wieder mehrere Telefonate geführt, um die große Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

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Aber der Stress war es wert, ist sie sich sicher. Als sie Franz-Josef Dröge nach einer Schätzung der Gesamtsumme fragte, habe der „mit so 1.000 bis 1.500 Euro gerechnet“, erzählt Kimberly Niemeyer. Als sie ihm dann die echte Summe nannte, „ist der, glaube ich, rückwärts übergekippt“, scherzt sie.

Händler spendeten noch mal zusätzlich

„Es war eine mega coole Erfahrung“, sagt sie. Zudem sei es „ein schönes Gefühl, wenn man den Leuten helfen kann.“ Die ganze Veranstaltung habe ihr sogar so gut gefallen, dass sie sich vorstellen könne, dass es nicht die letzte dieser Art war. „Ich würde mich freuen, dass jedes Jahr zu machen.“

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Bildergalerie

"Brands for Hospice": Tuner-Treffen auf dem LaSiSe-Gelände

Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.
04.08.2019
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Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Das Titanikblau dieses 2002 gebauten BMW e46 325ci sorgte für viel Aufmerksamkeit. © Pascal Albert
Der Fahrer dieses 29 Jahre alten BMW e30 325i kam extra aus Waldek nach Bork. Er hatte über Facebook von der gemeinnützigen Veranstaltung erfahren.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Mathias Becker gehört zur "Thin Blue Line". Die ehrenamtliche Gruppe plädiert für mehr Respekt für die Polizei. Die Bewegung kommt aus den USA.© Pascal Albert
Schon das Desing des Dodge Ram zeigt, dass Mathias Becker und die "Thin Blue Line" Freunde der Polizei sind.© Pascal Albert
Zu den besonderen Highlights bei "Brands for Hospice" gehörte ein Alpine, ein französischer Sportwagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Manche Wagen sorgten nicht nur mit ihrem Äußeren für viel Aufsehen. Auch der Motorraum dieses Chryslers wurde von vielen Besuchern genau begutachtet.© Pascal Albert
Einige Fahrer wurden zwar von den Polizeikontrollen am Eingang abgeschreckt, aber dennoch kamen viele Tuner zur gemeinnützigen Veranstaltung "Brands for Hospice" und präsentierten ihre spektakulären Wagen.© Pascal Albert
Viele Besucher nutzten das Tuner-Treffen, um sich über ihr liebstes Hobby auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.© Pascal Albert

Die 3.635 Euro setzen sich aus mehreren Teilen zusammen. Auf der einen Seite gibt es das Geld, welches Kimberly Niemeyer mit ihren rund zwölf Helfern bei „Brands for Hospice“ gesammelt hat. Dazu kamen dann aber noch weitere Spenden von 1/2/3 Autoteile, Hyundai Wenge und der Gruppe „Tuning-Freunde aus der Umgebung“.

Spendensumme überraschte Hospizleiter

Thomas Röse vom Ersatzteilhändler 1/2/3 Autoteile war selbst auch mit einem Stand beim Tuner-Treffen vertreten. „Ich finde es grundsätzlich unheimlich wichtig, sich für so einen Verein einzusetzen“, sagte er dort.

Dass so viele Händler und Autohäuser bei der gemeinnützigen Veranstaltung dabei waren, begeistert Kimberly Niemeyer noch immer. Und auch die Großzügigkeit einiger Besucher hebt sie hervor. Viele hätten neben dem Eintritt auch noch zusätzlich Geld gespendet.

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