Kein Irrweg: Warum Greta Thunberg wieder aus Cappenberg verschwunden ist

dzMaislabyrinth

Ernte einfahren zu können, ist zumeist etwas Schönes für Landwirte. Als jetzt Benedikt Lünemann den Mähdrescher losschickte, hatte er allerdings gemischte Gefühle - wegen Greta Thunberg.

Cappenberg

, 05.10.2019, 06:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Damit hatte er deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Benedikt Lünemann (35) aus Cappenberg hat im Frühjahr der Klima-Aktivistin Greta Thunberg und ihrer inzwischen weltweiten Fridays-für-Future-Bewegung ein grünes, wachsendes Denkmal gesetzt. Damit ist jetzt Schluss - fast zumindest.

Seit zehn Jahren gibt es auf dem Lünemann an der Borker Straße Jahr für Jahr ein Maislabyrinth: einen etwa zwei Kilometer langen Irrweg. Der Clou: Was sich unten auf dem Acker wie ein schmaler Pfad mit Kurven ins Nichts anfühlt, hat aus der Vogelperspektive eine zusätzliche Bedeutung.

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2017 hat er die Erde unter den Abgasen von Autos und Kraftwerken ächzen lassen. 2014 zeichnete er ganz im Zeichen der damaligen Fußball-WM die weltberühmten Christusstatue aus Rio de Janeiro in den Mais. Und in diesem Jahr widmete sich der Landwirt die Aktion Greta Thunberg und ihrer Fridays-for-Future-Bewegung.

2,7 Hektar großes Feld mit besonderen Motiven

Das 180 mal 100 Meter große Motiv zeigt unten das Logo der Bewegung und darüber die Umrisse von Klimaaktivistin Greta Thunberg mit streng gescheiteltem Haar und Zöpfen. Zumindest war das so seit der Aussaat der Körner auf dem 2,7 Hektar großen Feld. Inzwischen ist es der Mais-Greta an den Kragen gegangen.

Mehr als die Hälfte des Ackers sei abgeerntet, bestätigt Lünemann. Der Teil mit Greta gehöre dazu. Aber nur nicht missverstehen: Er gehöre nicht zu denen, die in der Trägerin des alternativen Nobelpreises eine Hassfigur sehen wie viele in den sozialen Medien. Oder zu denen, die sie als „freundliches und ernsthaftes Mädchen“ abtun, das komplexe Themen nicht verstehe, wie es Russlands Präsident Putin.

Für Lünemann sind Greta und ihre Bewegung „sehr wichtig“. „Unser Sohn David wird 2100 82 Jahre alt sein“, sagt der junge Vater. Es gehe darum, ihm und seinen Altersgenossen eine intakte Welt zu hinterlassen. „Davon sind wir aber weit entfernt.“

Gruselspaß wartet zu Halloween im Labyrinth

Die Maispflanzen des oberen Teils sind inzwischen komplett zu Tierfutter geworden. Von den Pflanzen des unteren Teils würden nur die Körner verwertet - wenn es denn so weit ist mit der Ernte. Das hat aber noch Zeit: bis nach Halloween.

An Halloween, 31. Oktober, hat Benedikt Lünemann Besonderes vor. Los geht es um 15 Uhr mit Schminkaktionen und Spielen und Runden durchs Labyrinth - mit zunehmendem Gruselfaktor. Um 18.30 Uhr können sich die Gäste auf dem dunklen Irrweg darauf einstellen, schaurige Gestalten unterwegs zu treffen.

Bis dahin sind das Labyrinth und das Hofcafé wie bislang freitags, samstags und sonntags geöffnet zwischen 13 und 18 Uhr. Der Eintritt ins Labyrinth, der bislang bei 2,80 Euro (Erwachsene) und 2,30 (Kinder) lag, halbiert sich - wie das Labyrinth.

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