Kartellamt sieht zu große Marktmacht von Ablesefirmen

Ungeachtet einer Aufforderung des Bundeskartellamts hat die große Koalition bislang keine Maßnahmen gegen die Marktmacht mehrerer Ablesefirmen ergriffen, die für Millionen Mieter bedeutsam ist. Die Kartellwächter hatten im Mai 2017 das „wettbewerbslose Oligopol“ fünf großer Unternehmen bei der Ablese von Wärme- und Wasserzählern angeprangert und drei Vorschläge zur Belebung des Wettbewerbs gemacht. Wie aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums hervorgeht, wird bislang untersucht, ob eine dieser Forderungen umgesetzt werden könnte.

12.11.2018, 05:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kartellamt sieht zu große Marktmacht von Ablesefirmen

Eine Wasseruhr. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv

„Es wird derzeit geprüft, die Förderung der Interoperabilität von Zählern in der anstehenden Novelle des Energieeinsparrechts für Gebäude zu verankern“, teilte das Haus von Ressortchef Peter Altmaier (CDU) mit. „Interoperabilität“ bedeutet, dass nicht jede Ablesefirma ihr eigenes Zählersystem basteln soll. Denn diese sogenannten proprietären Systeme erschweren einen Wechsel des Anbieters, weil eine neue Ablesefirma für viel Geld neue Zähler in einem neuen Gebäude installieren müsste.

Dominiert wird der Markt laut Bundeskartellamt von zwei Platzhirschen: Ista mit Sitz in Essen und Techem aus dem hessischen Eschborn teilen sich demnach allein 50 bis 60 Prozent des Geschäfts. Beide Firmen sind der breiteren Öffentlichkeit nahezu unbekannt. Um den Anstieg der Kosten für die Mieter zu bremsen, fordert die bayerische SPD von der großen Koalition die schleunige Umsetzung der Vorschläge des Bundeskartellamts.

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