Kardinal Woelki warnt vor Kirchenspaltung

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat vor einer Abspaltung der deutschen Katholiken von der Weltkirche gewarnt. „Ich glaube, dass der Weg, wie er gegenwärtig in Deutschland angestrebt wird, große Gefahren in sich birgt - vor allem mit Blick auf eine Spaltung innerhalb der deutschen Kirche“, sagte der Chef des größten deutschen Bistums in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview in der „Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln“.

04.09.2019, 11:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kardinal Woelki warnt vor Kirchenspaltung

Kardinal Rainer Maria Woelki, Kölner Erzbischof, leitet den Gottesdienst. Foto: Federico Gambarini/Archiv

Während einer USA-Reise habe er in Begegnungen mit amerikanischen Katholiken überall die Sorge gespürt, „dass uns der „synodale Weg“ auf einen deutschen Sonderweg führt, dass wir schlimmstenfalls sogar die Gemeinschaft mit der Universalkirche aufs Spiel setzen und zu einer deutschen Nationalkirche werden“.

Unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals haben die katholischen Bischöfe in Deutschland haben einen Reformprozess eingeleitet, den sie „synodalen Weg“ nennen. Dabei geht es um den Umgang der Kirche mit Macht, die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat) und die Position von Frauen in der Kirche.

Woelki gilt in Glaubensfragen als konservativer Hardliner und Gegner des reformorientierten Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. In dem Interview sagte Woelki, auch Papst Franziskus habe die deutschen Gläubigen in seinem im Sommer veröffentlichten Brief aufgefordert, die Einheit der Kirche zu wahren. Marx hatte den Brief des Papstes im Gegenteil als Ermutigung für die angestrebten Reformen gewertet.

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