Merkel und Maas zu Gast beim Evangelischen Kirchentag

Top-Prominenz bei Kirchentag am Samstag: Die Kanzlerin und der Außenminister kommen nach Dortmund. Und ein ungleiches Ministerpräsidenten-Duo wird auf einem Podium Platz nehmen.

22.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund am Samstag auf die ehemalige Staatspräsidentin Liberias und Friedensnobelpreisträgerin, Ellen Johnson Sirleaf. Beide wollen am Vormittag bei einem Podiumsgespräch zum Thema „Vertrauen als Grundlage internationaler Politik?“ diskutieren. Zeitgleich debattieren die Ministerpräsidenten Bayerns und Baden-Württembergs, Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne), über die Frage: „Was ist noch konservativ? Was ist schon rechtspopulistisch?“.

Ex-Bundespräsident Christian Wulff befasst sich zusammen mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, mit der Rolle des Islam - und wie viel Religion die Gesellschaft verträgt. Die beiden großen christlichen Kirchen verlieren seit Jahren deutlich Mitglieder und zählten zuletzt (2017) rund 44,8 Millionen Menschen. Zugleich geht das Bundesinnenministerium von bis zu 4,7 Millionen Muslimen aus.

Für Interesse dürfte am Tag vier des Großereignisses unter dem Motto „Was für ein Vertrauen“ eine Runde mit Außenminister Heiko Maas (SPD) zum weltweiten Schutz von Frauen und Kindern und der Rolle Deutschlands sorgen. Der 37. Evangelische Kirchentag dauert noch bis zum Sonntag, insgesamt werden 118 000 Besucher zu knapp 2400 Veranstaltungen erwartet. Das breite Programm reicht von Konzerten, Bibelarbeiten über Workshops bis zu vielen Politikdebatten über Fremdenfeindlichkeit, Migration, sozialen Zusammenhalt oder Gerechtigkeit.

Am Freitag hatte der Klimaschutz im Mittelpunkt gestanden. Experten und Aktivisten riefen zu mehr Anstrengungen gegen die folgenschwere Erderwärmung auf. „Wir haben 30 Jahre verloren“, betonte Klimaexperte Hans Joachim Schellnhuber. Deutschland müsse bis 2040 eine komplette Abkehr von der Kohle vollziehen, betonte der frühere Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. CO2 solle möglichst schnell und hoch besteuert werden. Der CO2-Ausstoß solle weltweit jedes Jahrzehnt halbiert, der Raubbau an der Natur gestoppt werden.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte ankündigt, die Energieversorgung in Deutschland werde neu organisiert, der Ausstieg aus der Kohleverstromung komme. „Ich sorge mit dem Klimaschutzgesetz dafür, dass jetzt endlich gehandelt wird.“ Klar sei: „Wir müssen den Lebensraum Erde erhalten.“

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