Justizministerin wirft Tönnies „dumpfen Rassismus“ vor

Nach den umstrittenen Aussagen von Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies über Afrikaner schaltet sich nun auch die Bundesregierung ein. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) kritisierte Tönnies scharf: „Wer dumpfen Rassismus verbreitet, stellt sich gegen hunderttausende Fußballfans. Die übergroße Mehrheit steht klar für Menschlichkeit und Toleranz“, sagte die Justizministerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

05.08.2019, 14:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Justizministerin wirft Tönnies „dumpfen Rassismus“ vor

Christine Lambrecht (SPD), Bundesjustizministerin. Foto: Jörg Carstensen/Archivbild

Lambrecht forderte den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf, sich mit dem Vorfall zu beschäftigen. „Wir müssen ganz klar machen: Wir lassen uns nicht spalten. Rassismus muss man überall laut und deutlich widersprechen: in sozialen Netzwerken, im Verein, im Job und auf dem Fußballplatz.“ Lambrecht sagte weiter: „Nirgendwo gelingt Integration so gut und so schnell wie im Sport. Das darf man nicht gefährden.“

Tönnies hatte nach einem Bericht der Zeitung „Neue Westfälische“ beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren“, sagte Tönnies. Für diese Aussagen hatte er sich später entschuldigt und sie als „töricht“ bezeichnet.

DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball hatte Tönnies am Samstagabend ebenfalls kritisiert. Zu möglichen Ermittlungen der unabhängigen DFB-Ethikkommission wollte sich der Ligapräsident und Clubchef von Borussia Dortmund nicht äußern.

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