Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Junge Kopten auf der Bühne begeistern ihr Kirchenoberhaupt

dzTheater

Große Freude brachte an diesem Wochenende der Besuch ihres Papstes den koptischen Christen in der Region. Tawadros II. wurde mit einem Theaterstück zwischen Gegenwart und Geschichte empfangen.

von Sebastian Pähler

Unna

, 19.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Tawadros II. war nach Unna gekommen, um die Kirche St. Maria und St. Philopater Mercurius in Massen zu weihen. Zuvor hatte der Patriarch der koptisch-orthodoxen Kirche mehrere Gemeinden in Deutschland besucht und wurde dort mit Darbietungen empfangen.

Auch die Unnaer Gemeinde hatte sich zur Ehre ihres Kirchenoberhauptes ins Zeug gelegt und ein Theaterstück mit jungen Kopten auf die Beine gestellt, das am Samstagabend in der Aula der Peter-Weiss-Gesamtschule (PWG) zu sehen war.

Junge Kopten auf der Bühne begeistern ihr Kirchenoberhaupt

Sicherheitskräfte und Polizei geleiten Papst Tawadros II. und seine Delegation zur Gesamtschule, wo sie von Mitarbeitern der Gemeinde in Empfang genommen werden. © Sebastian Pähler


Herzlicher Empfang trotz hoher Sicherheit

Soviel Sicherheit gab es wohl noch nie bei einer Theateraufführung in der Aula der PWG. Gemeindemitarbeiter und Sicherheitskräfte hatten ein wachsames Auge auf das Geschehen. Zugleich hießen sie aber auch jeden herzlich willkommen, der das Theaterstück über die frühe Geschichte der Christen in Ägypten sehen wollte.

Schon am Morgen waren das Schulgebäude und die Aula von der Polizei in Augenschein genommen und mit Spürhunden auf mögliche Gefahrenquellen untersucht worden.

Mit Polizeieskorte traf schließlich Papst Tawadros II. auf dem Lehrerparkplatz ein und wurde durch einen Seiteneingang in die Aula geleitet.

Hier hätte der Empfang kaum stürmischer seien können. Mit hohen, vibrierenden Freudenrufen begrüßten die Kopten die Delegation ihrer Kirchenherren aus Ägypten.Tawadross II. begrüßte die Menge und nahm dann einen Platz in der ersten Reihe der Aula ein, wo er das Stück auf arabischer Sprache anerkennend genoss.

Junge Kopten auf der Bühne begeistern ihr Kirchenoberhaupt

Einen richtigen Bösewicht spielte Mina Ibrahim (goldener Umhang) auf der Bühne. In wirklichkeit hat der Kopte das Stück geschrieben und ein Jahr lang mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen eingeübt. © Sebastian Pähler


Begegnung von damals und heute

Die moderne Welt steckt voller Ablenkungen und Herausforderungen für gläubige Christen. Das mussten die Protagonisten, junge Kopten in der Gegenwart, in dem Stück feststellen. Bei einem Blick in die Vergangenheit fanden sie Rat. Dabei erlebten sie mit, wie das junge Christentum in Ägypten von den römischen Besatzern brutal verfolgt wurde. Doch trotz des drohenden Todes bekannten sich die ersten ägyptischen Christen zu ihrem Glauben und legten so den Grundstein für die heutige koptische Kirche. Viel Drama aber auch Humor begeisterte die Zuschauer.

Mina Ibrahim hatte das Theaterstück geschrieben und die Rolle des grausamen, römischen Statthalters übernommen. Ursprünglich sollte es als Projekt der Sonntagsschule eingeübt und aufgeführt werden. „Dann haben wir erfahren, dass der Papst uns besuchen wird“, berichtete Ibrahim. Ein Jahr lang arbeitete er mit über 30 Jugendlichen und jungen Erwachsenen an der Inszenierung. Dafür gab es aber am Ende auch Applaus von oberster Stelle.