Julius-Hirsch-Preis geht an Paderborner Kreisligisten

Der Kreisligaclub SV Aleviten Paderborn wird vom Deutschen Fußball Bund (DFB) mit dem Julius-Hirsch-Preis 2018 ausgezeichnet. Die Jury um Verbandspräsident Reinhard Grindel ehrt den Verein aus dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen für das Projekt „Wege der Erinnerung“, wie der DFB am Dienstag mitteilte. Jugendgruppen des Paderborner Vereins hatten KZ-Gedenkstätten in Sachsenhausen und Ravensbrück besucht.

02.10.2018, 15:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Julius-Hirsch-Preis geht an Paderborner Kreisligisten

Verani Kartum, Vorsitzender des Vereins SC Aleviten Paderborn. Foto: Soeren Stache/Archiv

„Ich finde es besonders bemerkenswert, dass sich Aleviten dem Kampf gegen Antisemitismus in unserer Gesellschaft widmen“, sagte Grindel. Aleviten sind Mitglieder einer Glaubensrichtung, die hauptsächlich in der Türkei beheimatet ist. Den Preis erhält der Verein bei einer Zeremonie im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund am 18. November. „Bei uns ist das Boot nie zu voll“, sagte der Vereinsvorsitzende Verani Kartum. Mehr als zwei Drittel der Mitglieder haben einen Migrationshintergrund.

Auf Platz zwei landete Hertha BSC für eine Fahrt von Fans in Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt der Sportjugend Berlin und der Sportschule im Olympiapark in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Der dritte Preis geht an das Fanprojekt Bochum, das nach rassistischen Vorfällen die „AG Erinnerungsorte Bochum“ gegründet hatte.

Seit 2005 werden Personen, Initiativen und Vereine, die sich auf dem Fußballplatz, im Stadion, im Verein und in der Gesellschaft beispielhaft für Vielfalt und Menschenwürde, gegen Diskriminierung und rechte Gewalt einsetzen, mit dem Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnet.

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