Jugendhaft: Schnaps-Dieb muss ins Gefängnis

dzAmtsgericht

Obwohl gerade erst verurteilt, ist ein junger Einbrecher aus Schwerte gleich wieder auf Beutetour gegangen. Jetzt hat er sich sein Leben in Freiheit erst einmal verspielt.

Schwerte

, 13.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Der 20-Jährige ist am Montag vom Jugendschöffengericht Hagen zu zwei Jahren Jugendhaft verurteilt worden - ohne Bewährung. "Man hat sich unwahrscheinlich viel Mühe gegeben, um sie auf den rechten Weg zu bringen", sagte Richterin Ulrike Radke-Schäfer. "Doch es hat nicht funktioniert." Deshalb müsse jetzt die "Gefängniskarte" gezogen werden.

Der Angeklagte hatte gestanden, im vergangenen Jahr gleich zwei Einbrüche verübt zu haben. Beide im Stadtteil Geisecke. Einmal war er bei Rewe, einmhttps://www.ruhrnachrichten.de/Nachrichten/Schwerte/Web-Artikel-1281662.htmlal in einem Getränkemarkt. "Ich war besoffen", sagte der 20-Jährige im Prozess. "Wenn ich getrunken habe, dann passiert sowas."

Waren im Wert von 2800 Euro

Bei Rewe hatte der Schwerter Tabak und Spirituosen im Wert von rund 2800 Euro mitgenommen. Im Getränkemarkt waren es eine Kiste Bier, 20 Feuerzeuge und eine Sackkarre für den Abtransport. "Ich wollte Party machen", so der Schnaps-Dieb. "Was soll ich mehr dazu sagen?"

Der Angeklagte war mit neun aus Bosnien-Herzegowina nach Deutschland gekommen. In der zweiten Klasse musste er das erste Mal die Schule wechseln. Laut Jugendgerichtshilfe gab es Schlägereien und andere Regelverstöße. Auch die eigenen Eltern sollen später bedroht worden sein. Einmal kam es angeblich sogar zu einem Polizeieinsatz.

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"Er hat immer Halt und Orientierung gesucht", hieß es im Prozess. Allerdings nicht unbedingt bei den Personen, die ihm wirklich helfen wollte. Für die Vertreter der Jugendgerichtshilfe war er oft gar nicht erreichbar.Obwohl man ihn dort wohl nie ganz aufgegegeben hatte.

Sozialstunden nicht abgeleistet

Der 20-Jährige war zuletzt im Januar 2017 zu anderthalb Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Damals hatten es die Richter noch mit einer Bewährungsstrafe versucht. Weil der Schwerter jedoch weder seine Sozialstunden abgeleistet noch Kontakt zu seinem Bewährungshelfer gehalten hat, muss er diese Strafe inzwischen absitzen. Damals hatte er unter anderem andere Jugendliche auf einem Spielplatz mit einer Gaspistole bedroht, um Geld und Zigaretten zu erpressen.

Nach den zwei neuen Einbrüchen ist diese Strafe nun auf insgesamt zwei Jahre Jugendhaft aufgestockt worden. Außerdem droht die Ausweisung nach Bosnien-Herzegowina. Doch das ist dem Angeklagten offenbar gar nicht so unrecht. Dort leben seine Großeltern, zu denen ihn seine Eltern schon einmal zurückgeschickt hatten, um zur Ruhe zu kommen. Und dort will er jetzt auch wieder hin.

Ausweisung nach Bosnien-Herzegowina droht

Auf die Frage des Gerichts, was er denn dort machen könne, antwortete er allerdings nur mit einem Wort: "Nichts."

Die Staatsanwaltschaft war übrigens davon ausgegangen, dass der 20-Jährige den Einbruch bei Rewe nicht allein begangen hat. Allein schon, weil der Abtransport der Ware eine große Herausforderung gewesen sein muss. Er selbst hat das allerdings bestritten. "Ich habe alleine gearbeitet", sagte er den Richtern. "Ich wollte die Sachen verkaufen."

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