Jüdische Gemeinde weiht neuen Friedhof ein

Die Weihe eines neuen Friedhofs ist im jüdischen Glauben etwas ganz Besonderes. Die Erde gilt als heilig. Gräber dürfen niemals eingeebnet werden. Auch heilige Schriften werden dort beerdigt.

18.11.2018, 01:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen hat am Sonntag einen neuen Friedhof in Duisburg eingeweiht. Als erste Handlung nach der Weihe wurde eine nicht mehr genutzte Thorarolle beerdigt. Thora ist die Bezeichnung des ersten Teils der hebräischen Bibel. Nach jüdischem Verständnis enthält die stets von Hand geschriebene Schriftrolle die Lehren Gottes und muss daher mit großem Respekt behandelt werden. „Die Gemeinde nimmt Abschied von solch einer nicht mehr nutzbaren Thorarolle, die für Jahrzehnte ein steter und treuer Begleiter der Gemeinde war“, hatte Oberrabbiner David Geballe im Vorfeld mitgeteilt.

Nach Angaben des Zentralrats der Juden in Deutschland dürfen jüdische Gräber nicht eingeebnet werden, sondern sollen ewig bestehen. „Die Erde eines Friedhofes gilt als heilig und ist die ewige Ruhestätte der dort Begrabenen“, schrieb die Gemeinde. Häufig werden auf jüdischen Friedhöfen anstelle von Blumen kleine Steinchen auf Gräber gelegt - als Symbole für die Seele, die als unvergänglich betrachtet wird.

Der neue Friedhof war nötig geworden, nachdem der bisher genutzte jüdische Friedhof in Mülheim an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen war. Dieser Friedhof wird bereits seit fast 300 Jahren genutzt. Die Gemeinde hat derzeit rund 2500 Mitglieder. Der neue Friedhof liegt in Duisburg auf dem Gelände des 67 Hektar großen städtischen Waldfriedhofs.

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