Journalist bei Protesten festgenommen: Kritik von dju

Die Gewerkschaft Deutsche Journalisten-Union (dju) hat Vorwürfe gegen die Polizei erhoben, weil sie einen Journalisten bei den Anti-Kohle-Protesten am Hambacher Forst festgenommen und stundenlang festgehalten habe. Die Polizei wies die Kritik am Dienstag zurück. Der Fotojournalist wurde nach dju-Angaben am Samstag bei der Dokumentation einer - widerrechtlichen - Baggerbesetzung durch Aktivisten im Tagebau Hambach festgenommen. Kamera und Speichermedien seien ihm abgenommen worden, trotz Presseausweises.

30.10.2018, 16:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Journalist bei Protesten festgenommen: Kritik von dju

Ein Braunkohlebagger im Tagebau Hambach ist besetzt und steht still. Foto: Christophe Gateau

„Es ist nicht zu rechtfertigen, dass die Polizei einen Kollegen, der, wie die Einsatzkräfte auch, seine Arbeit macht, über viele Stunden festhält und ihm seine Arbeitsmittel abnimmt“, sagte der Geschäftsführer des dju-Landesverbands Nordrhein-Westfalen, Christof Büttner. Es sei Aufgabe der Polizei, das Grundrecht auf Presse- und Informationsrecht durchzusetzen.

Der Hausfriedensbruch des Journalisten sei nicht durch das Presserecht geschützt, stellte die Polizei dagegen fest. Die Kamera sei ihm zur Beweissicherung abgenommen worden, nachdem eine RWE-Mitarbeiterin von einem Unbekannten verletzt worden sei. Die Polizei sei bemüht, direkt auf Anfrage Journalisten ungehinderten Zugang zu den Einsatzorten zu gewähren. Eine Verweildauer des Journalisten bei der Polizei wie in diesem Fall von acht Stunden sei durchaus üblich bei Einsätzen dieser Größenordnung.

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