Job-Speed-Dating: Werner Unternehmerin schlägt Alarm wegen „Steuergeld-Verschwendung“

dzJob-Center Kreis Unna

Die Werner Unternehmerin Uta Leisentritt (50) hält die hohen Kosten für eine Job-Speed-Dating-Veranstaltung in Lünen für Steuergeld-Verschwendung. Das will sie nicht tatenlos hinnehmen.

Werne, Lünen

, 28.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Uta Leisentritt, Chefin der Fahrzeugbaufirma Alf aus Werne, hat schlechte Erfahrungen bei einem sogenannten Job-Speed-Dating des Job-Centers Kreis Unna in Lünen gemacht. Nicht erschienene, unwillige und kaum qualifizierte Arbeitssuchende brachten die Unternehmerin, die für die Veranstaltung sechs Stunden opferte, in Rage.

Erst recht platzte ihr die Hutschnur, als sie einige Tage später in einem Gespräch mit dem Chef des Job-Centers, Uwe Ringelsiep, die Kosten für die Veranstaltung erfuhr: 360.000 Euro. Das will die Wernerin nicht so einfach kommentarlos hinnehmen.

Unternehmerin will Job-Speed-Dating politisch überprüfen lassen

Uta Leisentritt ist nicht nur Unternehmerin und Chefin eines Familienbetriebes im Gewerbegebiet Wahrbrink. Sie sitzt für die CDU als Ratsmitglied im Stadtrat. Außerdem steht sie der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) Werne sowie seit Herbst 2019 auch dem MIT-Kreisverband Unna vor.

Und genau auf dieser Schiene wolle sie das Finanzgebaren des Job-Centers hinterfragen. Das erklärte Leisentritt öffentlich am Montagabend beim traditionellen Grünkohlessen der MIT Werne im Hotel am Kloster.

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„Ich hatte da so ein merkwürdiges Erlebnis mit dem Job-Center“, sagte sie mit einer gewissen Ironie in der Stimme vor rund 50 MITlern. „Ich werde das Thema aufgreifen, wie dort Gelder verschwendet werden“, sagte Leisentritt. Auf ihre öffentliche Kritik an Ablauf und Kosten des Job-Speed-Datings habe sie „viele positive Reaktionen“ erhalten. Leisentritt: „So etwas dürfen wir uns als Mittelständler nicht gefallen lassen.“

Aktivität gegen „Steuergeld-Verschwendung“

Im Gespräch mit dieser Redaktion erklärte Leisentritt genauer, welche Schritte sie unternehmen will. Einerseits will sie als Unternehmerin und Teilnehmerin der Veranstaltung in Lünen weiterhin die Öffentlichkeit informieren. Auf der politischen Ebene will sie sowohl ihre CDU- als auch die MIT-Kontakte nutzen. „Das habe ich schon getan“, sagt Leisentritt.

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Dazu habe sie etwa einen Antrag an die CDU-Fraktion im Kreistag Unna formuliert. „Die sollen prüfen, ob es sich hierbei um Steuergeld-Verschwendung im großen Stil handelt“, sagt die 50-Jährige. Außerdem habe sie ihre Kontakte zu Landes- und Bundesvorstand der Mittelstandsvereinigung genutzt, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Leisentritt: „So etwas darf man nicht auf sich beruhen lassen.“ Das zeigten ihr auch die vielen positiven Reaktionen. „Da sprechen mich wildfremde Leute auf der Straße an und fragen ‚Sind Sie Frau Leisentritt?‘. Als ich ja gesagt habe, meinten die Leute: ‚Toll, dass endlich jemand das mal offen ausspricht‘.“

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