Innogy geht mit neuer Regionalgesellschaft in Fusion mit Eon

Die vom bisherigen Konkurrenten Eon übernommene RWE-Tochter Innogy ordnet ihr Geschäft mit den Kommunen neu. Am 1. Oktober geht die Innogy Westenergie GmbH an den Start, die unter anderem für die Konzessionsverträge und die Beteiligung von Innogy an Stadtwerken in ihrem Stammgebiet zuständig ist. Außerdem werde der größte deutsche Verteilnetzbetreiber Westnetz zu der neuen Gesellschaft gehören, teilte Innogy am Donnerstag mit. Vorsitzende der Geschäftsführung der neuen Gesellschaft wird ab dem 1. Januar 2020 die bisherige Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) und frühere CDU-Politikerin, Katherina Reiche.

26.09.2019, 13:34 Uhr / Lesedauer: 1 min

Westenergie wird für die Netze und das kommunale Geschäft der neuen Eon in Nordrhein-Westfalen sowie Teilen von Niedersachsen und Rheinland-Pfalz zuständig sein. Über die Netze werden rund 5 Millionen Kunden mit Strom und etwa 450 000 Kunden mit Gas versorgt. Westenergie wird nach Innogy-Angaben die größte der künftig neun Regionalgesellschaft von Eon. Mit rund 9000 Mitarbeitern werde Westenergie einen Außenumsatz von mehr als 7 Milliarden Euro erreichen.

Die Zusammenarbeit mit den Kommunen ist für die Stromversorger von großer Bedeutung. Innogy ist an mehr als 60 Stadtwerken beteiligt und hält rund 1700 Konzessionen, in denen Städte und Gemeinden den Versorgungsunternehmen gegen eine Abgabe die Nutzung von Straßen und anderen Flächen erlauben. Kritiker der Fusion von Eon mit Innogy befürchten, dass der erweiterte Eon-Konzern zu große Macht auf den lokalen Märkten bekommt.

Städte und Gemeinden hätten im Zuge der Digitalisierung in der Energieversorgung einen erhöhten Bedarf an Dienstleistungs- und Infrastrukturlösungen, sagte Innogy-Vorstandsmitglied Hildegard Müller. Darauf wolle sich Innogy mit der Gründung der Westenergie einstellen. Ziel seien schnellere Entscheidungswege und größere Kundennähe. Diese Entscheidung sei unabhängig von der Übernahme durch Eon gefallen.

Eon-Chef Johannes Teyssen hatte nach der Genehmigung der Übernahme durch die EU-Kommission gesagt, der erweiterte Konzern werde künftig erheblich mehr städtische Ballungsräume in seinem Netz haben und damit den Umbau der Energie-Infrastruktur maßgeblich mitgestalten.

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