Industrie wirbt für Einigung im Streit um Kiesabbau

Im öffentlichen Streit um den Sand- und Kiesabbau in Nordrhein-Westfalen wirbt die Industrie für eine gütliche Einigung. Die Verlängerung des Abbaus im neuen Landesentwicklungsplan (LEP) von 20 auf 25 Jahre sei rechtmäßig. Das habe ein aktuelles Gutachten des Würzburger Juristen Kyrill-Alexander Schwarz ergeben, sagte der Präsident des Baustoffverbandes Vero, Christian Strunk, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Düsseldorfer Landtag.

05.09.2019, 14:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Klagen gegen den LEP, wie von betroffenen Kommunen vor allem am Niederrhein angedroht, hätten wahrscheinlich wenig Chancen. Strunk warb für Gespräche vor Ort und eine gütliche Einigung. So sei die Industrie bereit, auf besonders umstrittene Abbaugebiete etwa in Wesel, Alpen und Kamp-Lintfort zu verzichten, wenn sie Ersatzgebiete erhalte. „Wir suchen den Konsens und möchten miteinander sprechen“, betonte Strunk. Der heimische Abbau sei angesichts der Riesennachfrage nach Baustoffen aber dringend notwendig.

Kommunen hatten nach der Verabschiedung des LEPs im Juli Klagen wegen des verlängerten Rohstoffabbaus angedroht. Allein für den Kiesabbau würde zusätzlich eine Fläche in der Größe von 420 Fußballfeldern zerstört, kritisieren Bürgerinitiativen. Bei allen Hinweisen auf den großen Bedarf im eigenen Land würden die massenhaften Kies- und Sandexporte vom Niederrhein ins Ausland verschwiegen, kritisieren Kiesabbaugegner wie das „Aktionsbündnis Niederrheinappell“.

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