In der Böcklinstraße türmt sich der Müll - Schuld sind Falschparker

dzParksünder

Die Gelbe Tonne quillt über, hier ist kein Platz mehr für neuen Müll. Das Ehepaar Abdinghoff wartet seit zehn Tagen vergeblich auf die Müllabfuhr, die schafft es aber leider nicht ans Ziel.

Lünen

, 15.11.2018, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit zehn Tagen sind die Tonnen voll, sogar mehr als voll. Die Mülltonnen der Böcklinstraße 6 quellen fast über, denn hier kommt die Müllabfuhr seit 10 Tagen nicht an die Müllbehälter ran. Schuld sind Falschparker, stehen sie an der Straße, kommen die Wagen von WBL nicht mehr durch und müssen unverrichteter Dinge wieder abfahren. Obwohl in der Böcklinstraße eingeschränktes und teilweise sogar absolutes Halteverbot herrscht, stehen Autos regelmäßig an der Straßenseite. Heidi und Heinz Abdinghoff wohnen seit über 40 Jahren in der Böcklinstraße, sie beobachten, dass sich die Situation immer weiter verschärft.

In der Böcklinstraße türmt sich der Müll - Schuld sind Falschparker

Wenn hier geparkt wird, kommt die Müllabfuhr nicht mehr durch. © Victoria Maiwald

„Es ist in den letzten Jahren immer schlimmer geworden“, erzählt Heidi Abdinghoff. Alle 27 Parteien des Hauses kennen das Problem. Regelmäßig sprechen sie die Verkehrssünder an, zeitweise haben sie sogar selbst kleine „Strafzettel“ geschrieben, mit dem Hinweis, dass das Parken hier nicht gestattet sei. „Wir haben schon viele Leute angesprochen, die hier parken. Manche sind einsichtig, andere leider gar nicht“, sagt Heidi Abdinghoff.

Anwohner kennen das Problem und parken trotzdem an der Straße

„Es gibt hier einfach zu wenig Parkplätze für die Anwohner“, sagt eine Falschparkerin, die nur ein paar Häuser weiter wohnt. Sie kenne das dadurch entstehende Müll-Problem, sieht aber keine andere Möglichkeit. Zwar gibt es direkt angrenzend eine Tiefgarage, in der Anwohner Stellplätze mieten können, aber als Frau möchte sie dort nicht hinein gehen.

Aber nicht nur die Anwohner selbst tragen zum Problem bei. Eine Arztpraxis in der Straße hat keine eigenen Parkplätze für die Patienten. So kommt es oft vor, dass mal eben an der Straße angehalten wird, um schnell ein Rezept abzuholen. Dauert ja nur fünf Minuten, denken sich viele. Aber auch fünf Minuten sind im eingeschränkten Halteverbot zu viel.

„Parkmöglichkeiten gibt es auf der Kupferstraße bzw. am Lindenplatz“, steht auf der Homepage der Praxis. Nur sind die Parkmöglichkeiten auf dem Lindenplatz deutlich geschrumpft und für manche ist der Weg schlicht zu weit. „Manche Leute wollen am liebsten mit dem Auto direkt in die Praxis fahren“, scherzt Heinz Abdinghoff.

Die Kapazitäten reichen nicht

Der Stadt ist das Problem bekannt, denn die Abdinghoffs haben sich mehrmals beschwert. Inzwischen ist das Ordnungsamt öfter hier unterwegs und kontrolliert die Falschparker. „Aber wir können nicht jeden Tag die Beamten in eine bestimmte Straße schicken“, sagt ein Sprecher der Stadt. „Dafür reichen die Kapazitäten einfach nicht.“ Die Stadt weist aber nochmals darauf hin, dass alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben von einer Privatanzeige gebrauch zu machen.

„Das möchten wir nicht machen, nachher trifft es doch den Falschen, der wirklich nur ganz kurz da stand“, sagt Heidi Abdinghoff.

Eine Privatanzeige gibt es trotzdem. Die Fahrer der Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) haben die Nummernschilder der Parksünder notiert und an die Stadt Lünen weitergeleitet. Dazu sind sie auch angehalten, zumindest wenn eine Straße öfter verstopft ist.

Die Abdinghoffs hoffen, dass die vermehrte Präsenz des Ordnungsamtes und die verteilten Strafzettel helfen. Außerdem hoffen sie auch darauf, dass es nicht brennt. „Wenn hier ein Feuer ausbricht und die Autos stehen im Halteverbot, kommt kein Feuerwehrwagen zu uns durch“, sagt sie besorgt. Sollten der Feuerwehr Fahrzeuge im Weg stehen, ist sie dazu berechtigt, diese aus dem Weg zu räumen. „Wenn die Anfahrt der Feuerwehr behindert wird, beispielsweise durch Missachtung eines Halteverbots, können die Verursacher im Nachgang dafür belangt werden“, teilt die Stadt mit.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Meinung am Mittwoch

Kein Wettstreit bei drei Schulneubauten: Warum will Lünen nicht die beste Lösung?

Hellweger Anzeiger Kurt-Schumacher-Straße

Warten auf den „Neuen“: Im früheren Dom Portugues öffnet sich die Tür später als geplant

Meistgelesen