In Klinik und Rettungswagen: Videotechnik erleichtert Einführen des Beatmungsschlauchs

dzSimulator-Training

Sicherer für Patienten und einfacher für Ärzte: Videotechnik bietet perfekte Sicht, um einen Beatmungsschlauch zu legen. Es gibt sie im St.-Marien-Hospital und bald auch in Rettungswagen.

Lünen

, 19.01.2019, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade im Notfall, wenn Menschen beatmet werden müssen, ist die Videotechnik (in der Fachsprache Videolaryngoskopie) hilfreich. Sie zeigt Ärzten bei der Einführung des Beatmungsschlauches (Intubation), was sie mit bloßem Auge nicht erkennen können: Am Ende eines speziellen Spatels befindet sich eine Kamera, die ein Bild vom Rachen und Luftröhrengang auf einen Monitor überträgt. Diese Technik verbessert die Sicherheit für Patienten, vor allem, wenn anatomische Besonderheiten vorliegen.

„Üben, um es im Notfall zu können“

In der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des St.-Marien-Hospitals ist die Videolaryngoskopie längst im Einsatz. Chefarzt Prof. Wolfram Wilhelm spricht von einer Zukunftstechnologie, die sich zunehmend durchsetzen werde. Eine Anlage befindet sich im OP des Klinikums, eine weitere wird zu Schulungszwecken für junge Ärzte, Pflegende und Studierende vorgehalten. „Man muss im täglichen Umgang damit üben, um es im Notfall zu beherrschen“, so Wilhelm. An einem Simulator trainieren die Mitarbeiter unter Leitung von Oberarzt Dr. Klas Hammel.

Klinikärzte schulen auch Notfallsanitäter

Künftig werden auch Notfallsanitäter der Lüner Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) von den Klinikärzten geschult. „Wir sind dabei, alle Rettungswagen mit dieser Technik auszurüsten“, so Feuerwehrchef Rainer Ashoff. Immer dann, wenn Menschen reanimiert und beatmet werden müssen, sei die Videosicht von Vorteil. „Sie ist eine Erleichterung für die Mitarbeiter und eine Verbesserung für die Patienten“, so Ashoff.

Technik soll es kreisweit in den Rettungswagen geben

Dr. Uwe Devrient, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Unna, empfiehlt die Videolaryngoskopie kreisweit in allen Rettungswagen. Zwar könne man die Technik auf schwierige Bedingungen beschränken, doch dann fehle die Routine im Umgang mit dem Videolaryngoskop. Deshalb solle die Videotechnik grundsätzlich eingesetzt werden. Lünen wird Vorreiter der Schulungen sein, anschließend werden sie sukzessive an den vier weiteren Standorten der Rettungswachen im Kreis Unna angeboten.

Förderverein finanziert teure Übungs-Spatel

Am St.-Marien-Hospital ist die Technik routinemäßig bei allen Schilddrüsen-Operationen im Einsatz, weil sie auch dabei hilft, die Stimmbänder zu schützen. Teuer sind besonders die Spatel mit der Videokamera. Da sie eine spezielle Krümmung haben, ist es besonders wichtig, das Dirigieren zu lernen. Der Förderverein des Krankenhauses hat sich mit über 3000 Euro an der Finanzierung von drei weiteren Übungsspateln beteiligt. „Eine sinnvolle Sache“, findet Fördervereins-Vorsitzende Marie-Luise Stoverock.

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