Impfstoff gegen Grippe ist in Werne nahezu ausverkauft - Kunden und Apotheker enttäuscht

dzGrippeimpfung

Die Grippezeit naht, doch so richtig wappnen können sich viele Werner dafür nicht mehr. Die Impfstoffe sind nahezu ausverkauft - und Besserung ist nicht in Sicht.

Werne

, 06.12.2018, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist kalt, regnerisch und an jeder Ecke hört man den einen oder anderen Werner husten. Es ist die Zeit der Erkältungen - und auch die Zeit der Grippe. Experten empfehlen eine Impfung gegen sie. Das Problem: Der Grippe-Impfstoff ist in Werne nahezu ausverkauft.

„Das ist eine große Enttäuschung mit den Impfstoffen“, sagt Friederich Schneider (50), Inhaber der Linda-Apotheke am Markt. Seit Wochen gibt es hier keine Vierfachimpfstoffe mehr, die einen besseren Schutz bieten sollen als die Dreifachimpfstoffe der Vorjahre.

Apothekerin kann sich nicht an solche Lieferprobleme erinnern

„Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals solche Lieferprobleme hatten“, sagt auch Kornelia Krampe von der Steintor-Apotheke. Impfstoffe sind nicht mehr vorhanden und können auch nicht mehr nachbestellt werden. Jeden Tag aufs Neue probiere man beim Großhandel Impfstoffe nachzubestellen - doch bei jeder neuen Lieferung bleiben die Impfstoffe aus.

„Das ist alles traurig gelaufen in diesem Jahr“, sagt Schneider. Eine Handvoll von Dreifachimpfstoffe hat er zwar noch vorrätig, doch das könne sich minütlich ändern. Große Hoffnung hat er nicht mehr, dass er noch Nachschub bekommt.

Apotheker wollen sich den schwarzen Peter nicht zuschieben lassen

„Der Markt ist leer gefegt. Ich glaube nicht, dass wir in diesem Jahr noch etwas bekommen“, so Schneider. Woran das liegt? Das Bundesgesundheitsministerium geht von einer Mischung von hoher Nachfrage und verspäteten Bestellungen aus. Doch die lokalen Apotheker wollen sich den schwarzen Peter nicht zuschieben lassen.

„Wir haben in unserem Bestellvorgang nichts geändert“, sagt Krampe. Und Schneider ergänzt: „Ich glaube, es ist zu wenig produziert worden. Und es gibt zu viele unterschiedliche Hersteller.“

Geduld ist bei Kunden und Händlern gefragt

Woran die Impfstoff-Knappheit letztlich auch liegen mag, für Patienten ist das Ergebnis stets gleich: Sie schauen in die Röhre. Auch Arztpraxen melden sich in den Werner Apotheken, um an Impfstoffe zu gelangen. Doch auch sie haben das Nachsehen.

„Bei uns ist Geduld gefragt“, sagt Dr. med. Karl Lenz, der eine Praxis am Moormannplatz betreibt. Seine Kunden seien enttäuscht, dass sie sich gedulden müssen. „So langsam müssten wir aber impfen, wenn es noch wirken soll.“

Werner Arzt hofft auf Rückläufer aus dem Ausland

Seine Hoffnungen setzt Lenz auf die Impfstopf-Hersteller. „Es sollen Chargen, die ins Ausland verkauft wurden und dort nicht gebraucht werden, zurückgeholt werden“, so Lenz. Doch das könne dauern, immerhin müsse das behördlich genehmigt werden.

Einige wenige Werner Arztpraxen haben noch Impfstoffe parat, doch diese wollen nicht öffentlich genannt werden. Sie haben Angst davor, in den kommenden Tagen aufgrund der hohen Nachfrage überrannt zu werden.

Starker Anstieg der Grippefälle in Werne

96 gemeldet Fälle der Grippe gab es in der Grippe-Saison 2017/2018 alleine in Werne. Eine Saison zuvor waren es bloß 21 Stück. Ein Trend, der sich auch im gesamten Kreis Unna zeigt. Hier stieg die Zahl der Grippefälle im selben Zeitraum von 173 auf 1124.

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