Immer mehr Verbraucher in NRW kämpfen mit Schulden

Mehr als jeder zehnte Erwachsene in Nordrhein-Westfalen kann seine Rechnungen nicht mehr bezahlen. Das berichtete die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in ihrem am Donnerstag veröffentlichen „Schuldneratlas 2019“. Entgegen dem Bundestrend nahm die Zahl der überschuldeten Verbraucher im bevölkerungsreichsten Bundesland in diesem Jahr sogar noch einmal um rund 6000 auf 1,75 Millionen zu.

14.11.2019, 11:12 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit einer Verschuldungsquote von 11,72 Prozent liegt NRW der Studie zufolge deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 10,00 Prozent. Schlechter schnitten unter den Bundesländern nur noch Berlin, Sachsen-Anhalt und vor allem Bremen ab. Am niedrigsten ist die Überschuldungsquote in Bayern mit 7,31 Prozent.

Vor allem das Ruhrgebiet bleibe mit seinen zum Teil noch altindustriell geprägten, strukturschwachen Regionen der Brennpunkt sozialer Problemlagen in Deutschland, heißt es im Schuldneratlas. Hohe Arbeitslosigkeit, Einkommensarmut und hohe soziale Transferleistungen bildeten eine prekäre Gemengelage, die die Regionen um das Revier zum eigentlichen Sorgenkind der Überschuldungsentwicklung machten.

Die Überschuldungsquoten seien in vielen Städten des Ruhrgebiets sowohl im Jahres, als auch im Langzeitvergleich zum Teil deutlich angestiegen. Das gelte etwa für Duisburg, Gelsenkirchen, Bochum und Essen. Einzig die Stadt Dortmund habe sich in dieser Gruppe 2019 merklich verbessern können.

Bundesweit war die Zahl überschuldeter Personen in diesem Jahr erstmals seit fünf Jahren wieder leicht rückläufig. Nach Angaben von Creditreform waren in Deutschland insgesamt rund 6,92 Millionen Verbraucher nicht in der Lage ihre Rechnungen zu bezahlen. Das waren knapp 10 000 weniger als im Vorjahr.

Weitere Meldungen