Immer mehr Leerstände in der Schwerter Innenstadt – Ist das der Grund?

dzLadensterben in der City

Risse, Paul, Gerry Weber, Apollo-Optik – die Anzahl der Leerstände an der Hüsingstraße steigt zum Jahresende. Der Chef der Schwerter Werbegemeinschaft hat einen Grund dafür ausgemacht.

Schwerte

, 11.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bummel über die Hüsingstraße führt derzeit an einigen Leerständen vorbei. Ob es der Gerry-Weber-Laden am Eingang oder die Blumen-Risse-Filiale am Cava-Platz ist, immer wieder flaniert man an verlassenen Schaufenstern vorbei.

Peter Rienhöfer ist nicht nur als Vorsitzender der Werbegemeinschaft betroffen. Das Geschäft des Augenoptikers in der Kleppingstraße liegt genau dort, wo sich im Moment die Leerstände häufen.

„Alt-Schwerte ist das Problem“

Warum es gerade in diesem Bereich der im Grund ja nicht unbeliebten Fußgängerzone so viele Leerstände sind, macht er an einem Phänomen fest: „Meiner Ansicht nach sind das die Auswirkungen der Alt-Schwerte-Brache“, so Rienhöfer. Seit bald 30 Jahren ist das Gebäude am unteren Ende der Hüsingstraße ein Leerstand. Trotz mehrerer Versuche, das Gelände wieder zu beleben, tut sich dort nichts. „So ein Schandfleck wirkt sich auch auf die Nachbarschaft aus“, so Rienhöfer.

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Im Februar 2018 hatten die Eigentümer ein Plakat vor die arg verfallene Schaufensterfront gehängt und erklärt, hier entstehe bald 400 Quadratmeter neue Geschäftsfläche. Doch auch das Plakat ist mittlerweile von Wind und Wetter traurig zugerichtet. Auf der gegenüberliegenden Seite, auf der sich einst das Herrenhaus Fischer befand, ist bereits der nächste Leerstand.

Unter den Geschäftsleuten seien die vielen Geschäftsaufgaben zum Jahresende ein großes Thema, sagt Rienhöfer. Man könne und solle den Kopf nicht in den Sand stecken, aber die Lage insgesamt werde schwieriger. Vor allem außerhalb der Haupteinkaufs-Achsen ginge eigentlich kaum noch etwas.

Für die Hüsingstraße hat der Chef der Werbegemeinschaft aber Hoffnung. „Ladenlokale in gutem Zustand sind in der Fußgängerzone noch gut zu vermieten“, so Rienhöfer. Schwieriger sind Lagen wie die Haselackstraße oder die untere Brückstraße. Das belegen auch Studien der IHK.

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Bahnhofstraße ist kein Konkurrent

Ob der Aufstieg der Bahnhofstraße der Hüsingstraße zu schaffen mache? Rienhöfer glaubt, dass es da keine Konkurrenz gebe. Wichtig für Schwerte sei die Mischung aus Quotenbringern und kleinen inhabergeführten Läden. Nach dieser Doktrin ist dann auch ein Kodi für das Funktionieren der Innenstadt wichtig.

Was fehlt aus Sicht des Vertreters der Händler in Schwerte der Innenstadt? „Ein größeres Angebot an Herrenoberbekleidung wäre schön“, sagt Rienhöfer. Aber das wäre kein Quotenbringer.

Mit einem Pop-up-Store hatten Rienhöfer und seine Händlerkollegen für kurze Zeit die ehemalige Apollo-Filiale wiederbelebt. Doch das sei nur kurzzeitig möglich gewesen. „Wir mussten den Laden ja mit unserem Personal bestücken“, so Rienhöfer. Und eine dauerhafte Lösung für Leerstände ist der Verkauf von herunter gesetzter Ware der ansässigen Händler wohl auch nicht.

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