Immer mehr Kinder von Armut gefährdet: Caritas-Projekt hilft in der Weihnachtszeit in Selm

dzWunschbaum-Aktion

Die Zahl der von Armut gefährdeten Kinder steigt - besonders im Ruhrgebiet. Ein Projekt in Selm hilft zu Weihnachten denen, die beim Geschenkeauspacken sonst vielleicht leer ausgehen.

Selm

, 19.12.2019, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer mehr Kinder sind von Armut gefährdet. Das ergab eine Untersuchung des statistischen Landesamtes IT.NRW. Besonders betroffen sind demnach Minderjährige im Ruhrgebiet. Auch der Kreis Unna gehört zu den Regionen mit der höchsten Armutsgefährdungsquote. In Selm gibt es seit vergangenem Jahr ein Projekt, welches für strahlende Kinderaugen an Weihnachten sorgen soll. Das Projekt wächst rasant.

Bereits seit mehreren Jahren gibt es die Wunschbaum-Aktion der Caritas in Lünen. 2018 habe die Caritas sich dann „ganz, ganz spontan“ dazu entschieden, das Projekt auch in Selm umzusetzen, sagt Mitarbeiterin Margret Banken-Konrad.

Über 20 Prozent aller Kinder sind von Armut gefährdet

Bei der Aktion können Kinder ihre Weihnachtswünsche auf einen Stern schreiben. Dann können Selmer die passenden Geschenke kaufen, verpacken und im Geschäft „Spielen und Träumen“ von Lisa Sandmann abgeben. Nachdem die Geschenke bei der Caritas abgegeben wurden, werden sie nun bald an die Eltern weitergegeben, verrät Banken-Konrad. Die Kinder sollen davon gar nichts mitbekommen.

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In Nordrhein-Westfalen waren laut IT.NRW 22,6 Prozent aller Minderjährigen von Armut gefährdet. In ganz Deutschland waren es mit 16,6 Prozent deutlich weniger. Noch alarmierender sind die Zahlen im Ruhrgebiet und damit auch im Kreis Unna: Dort waren es im vergangenen Jahr 28,7 Prozent aller Kinder und Jugendlichen.

Immer mehr Kinder von Armut gefährdet: Caritas-Projekt hilft in der Weihnachtszeit in Selm

Über viele Geschenke bei der Wunschbaum-Aktion der Caritas freuen sich (v.l.) Claudius Hirsch, Julia Krämer, Margret Banken-Konrad, Wolfgang Strickstrock, Lisa Sandmann, Monika Schwenken und Birgit Kalender. © Pascal Albert

Vor zehn Jahren waren es noch 1,9 Prozent weniger. Doch auch in ganz NRW stieg der Anteil der von Armut gefährdeten Kinder und Jugendlichen - sogar um 2,5 Prozent. Eine Hemmschwelle, an der Selmer Geschenke-Aktion teilzunehmen, gebe es bei Familien derweil nicht, sagt Monika Schwenken vom Caritasverband. Vielmehr seien die Eltern „sehr dankbar für die Aktion“.

Statt 100 gibt es nun mehr als doppelt so viele Geschenke

Einen großen Teil der Wünsche konnten Selmer Bürger allerdings gar nicht erfüllen. Denn das hatte schon das Unternehmen Interhydraulik übernommen. „Sie haben sich mit einem großen Betrag beteiligt“, sagt Margret Banken-Konrad. Eigentlich seien 100 Geschenke geplant gewesen. Auch dank der Unterstützung der Selmer Firma habe der Caritasverband die Zahl aber auf 225 hochschrauben können.

Immer mehr Kinder von Armut gefährdet: Caritas-Projekt hilft in der Weihnachtszeit in Selm

Die Wünsche sowie das Alter der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen sind teilweise sehr unterschiedlich. © Pascal Albert

„In Lünen sind wir mit 100 gestartet“, erklärt sie. „Hier konnten wir aber gleich nach oben schießen“. Die Resonanz in Selm sei sehr groß. Auch Lisa Sandmann, Besitzerin des Geschäfts, in dem die Geschenkideen gesammelt wurden, freut sich über die vielen Teilnehmer.

Viele Gäste würden sich besonders lange Gedanken darüber machen, welchen Wunsch sie erfüllen könnten. Viele würden auch fragen, ob sie ein paar persönliche Worte an die Beschenkten schreiben dürfen. „Das ist ganz toll“, sagt Sandmann.

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