Immer mehr Ausbildungsplätze in NRW bleiben unbesetzt

In Nordrhein-Westfalen bleiben immer mehr Ausbildungsplätze unbesetzt. „Am Ausbildungsmarkt in NRW zeichnet sich ein Umbruch ab. Für Unternehmen wird es immer schwieriger, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen“, sagte die Chefin der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, Christiane Schönefeld, am Dienstag bei der Präsentation der Ausbildungsmarkt-Bilanz für das Berichtsjahr 2017/2018. Insgesamt zählte die Arbeitsagentur knapp 9600 unbesetzte Ausbildungsplätze - so viele wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. Gleichzeitig blieben aber mehr als 7100 Bewerber ohne Ausbildungsplatz.

30.10.2018, 12:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Immer mehr Ausbildungsplätze in NRW bleiben unbesetzt

In Nordrhein-Westfalen bleiben immer mehr Ausbildungsplätze unbesetzt. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/Archiv

Demnach ist der Ausbildungsmarkt in NRW nach wie vor angespannt. Rund 134 000 Bewerbern standen nur knapp 116 000 Lehrstellen gegenüber. Entschärft wurde die Situation allerdings, weil sich knapp 15 000 Jugendliche am Ende für eine Alternative zur Berufsausbildung - etwa einen weiteren Schulbesuch oder ein Studium, den Freiwilligendienst oder eine Erwerbstätigkeit - entschieden.

Für die Zukunft erwartet Schönefeld wachsende Probleme für Unternehmen, Nachwuchskräfte zu finden. „Der Lehrstellenmarkt wird sich in einen Bewerbermarkt wandeln“, prognostizierte sie. Denn die Zahl der Ausbildungsplatz-Bewerber sinke stetig. Das habe mit der Demografie zu tun, aber auch mit der wachsenden Neigung junger Menschen, zu studieren. Gleichzeitig steige jedoch durch die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften.

Geflüchtete Menschen sind nach Angaben von Schönefeld zunehmend erfolgreich am Ausbildungsmarkt. Insgesamt konnten nach Angaben der Arbeitsagentur 3279 junge Menschen mit einem Fluchthintergrund eine duale Berufsausbildung aufnehmen - ein Plus von fast 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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