Im Ernstfall: Keine der Lüner Sporthallen hat einen Notstrom-Anschluss

dzNotunterkünfte

Stromausfall, Starkregen oder Stürme: Im Ernstfall werden Turnhallen zu Notunterkünften. In Lünen gibt es ein Problem: Sogar neue Sporthallen haben keinen Notstrom-Anschluss.

Lünen

, 04.10.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Blackout“ im Februar 2018: In 10.000 Haushalten ließ ein Kurzschluss die Lichter ausgehen. Vier Stunden lang blieben weite Bereiche des Stadtgebiets ohne Strom. Kritisch kann das vor allem für Menschen sein, die auf Beatmungsgeräte angewiesen sind.

Schon damals hat das Technische Hilfswerk ein Defizit benannt: Keine der 21 Sporthallen in Lünen hat einen Anschluss, über den externer Notstrom eingespeist werden kann. Auch die jüngst neu gebauten Hallen nicht.

Andreas Mildner (GFL) brachte das Thema in der Sitzung der Ausschüsse Bildung und Sport sowie Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) auf den Tisch. Da stand der Beschluss zum Neubau von Turnhallen für die neuen Schulgebäude der Leo- und Osterfeldgrundschule an. Mildner berief sich auf das Technische Hilfswerk (THW). Bei einem Besuch sei dieses Problem angesprochen worden. In der Sitzung gab es zu dem Thema einen Protokollvermerk.

Ohne Anschluss ist Versorung aufwendiger

Michael-Franz Knobloch ist THW-Ortsbeauftragter in Lünen. Für den Notfall hätten Hilfsorganisationen große Notstromaggregate, erläutert er. Allerdings seien dafür spezielle Anschlüsse nötig. „Wenn man Menschen in Hallen unterbringt, sorgt man dafür, dass auch alles da ist.“ Das sei viel aufwendiger ohne die Möglichkeit der Notstromeinspeisung. „Dann muss man in jeden Raum Beleuchtung einbauen und Kabel ziehen.“

In Lünen seien alle Feuerwachen und Feuerwehrgerätehäuser mit Notstromaggregaten ausgerüstet, erklärte Pressesprecher Benedikt Spangardt. Die neuen Feuerwehrhäuser in Wethmar und Brambauer hätten Einspeisevorrichtungen, über die die Wachen selbst verlässlich mit Strom versorgt werden können. Denn die Feuerwachen seien im Notfall auch Anlaufstellen für Menschen.

Nachrüstung 6000 Euro pro Halle

Nach einer groben Schätzung von ZGL würde die Erweiterung der Elektroinstallation für Notstrom pro Sporthalle 6000 Euro kosten, teilte Spangardt auf Anfrage mit. Die Stadtverwaltung habe den Hinweis aus der Sitzung des Betriebsausschusses ZGL zum Anlass genommen, die Notwendigkeit solcher Vorrichtungen zu prüfen.

Diese Prüfung laufe derzeit. Sie beinhalte nach Mitteilung von Spangardt unter anderem auch Abstimmungen mit dem Kreis und Erkundigungen bei anderen großen kreisangehörigen Städten. „Sollte das Ergebnis der Prüfung sein, dass die Notwendigkeit solcher Vorrichtungen besteht, werden wir - unter Einbeziehung der Politik - dafür ein Konzept erarbeiten und dieses anschließend umsetzen.“

Die Zuständigkeit bei einer Katastrophe ist klar geregelt. Sie liegt in den Händen des Kreises Unna. Die Stadt Lünen sei in die kreis- und landesweiten Katastrophenschutzpläne eingebunden, so Spangardt.

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