In der Debattier-Kolumne „Jetzt mal unter uns“ vertreten Mitglieder der Redaktion Lünen ihre Meinung. Daniel Claeßen hat das zum Thema Hunde getan - die Reaktionen stimmen ihn nachdenklich.

Lünen

, 23.11.2018, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist knapp zwei Wochen her, da habe ich in der gedruckten Ausgabe der „Ruhr Nachrichten“ meine – eher negative – Meinung zu Hunden kundgetan. Warum? Nun, zum einen, weil sie und ihre Besitzer mich in jener Woche tatsächlich extrem genervt haben und diese Kolumne ja unter anderem Dinge behandeln soll, die meine Kollegen und mich bewegen. Zum anderen aber wusste ich, dass es auf meine Tirade gegen die vermeintlich besten Freunde der Menschen zu Reaktionen kommen würde.

Es gab wie erwartet eine ganze Reihe an Anfeindungen, gepaart mit dem Ratschlag, dass ich meinen Beruf wechseln sollte. Ich sage es mal so: Mein Text war sicher nicht sehr freundlich. Aber das, was teilweise zurückkam, ist nicht anders als mit „Unverschämtheit“ zu bezeichnen. Immerhin: Es gab auch gemäßigte Post. So leid mir das für die Hundefreunde tut, aber das war hauptsächlich bei denen der Fall, die über diese Tiere ähnlich denken wie ich. Die Contra-Position wurde hingegen nur sehr, sehr selten sachlich oder pointiert vertreten.

Häufiges Phänomen in Debatten

Und das ist ein Phänomen, das ich bei vielen Debatten, unabhängig vom Thema, verfolge: Wer eine andere Meinung vertritt, der tut dies mit einem totalitären Ansatz. Es findet kein Austausch von Positionen oder Argumenten statt, auch fehlt jeglicher Respekt für das Gegenüber. Stattdessen wird der, der eine andere Meinung vertritt, beleidigt, verdammt oder im schlimmsten Fall (der mir Gott sei Dank erspart geblieben ist) bedroht.

Die Hunde-Nummer ist für mich ein weiterer Beleg, dass uns die Fähigkeit zu Debattieren abhanden gekommen ist. Wohl gemerkt: Debattieren ist nicht zwingend streiten. Aber es gehört zum Wesen der Demokratie und damit zu unserer Gesellschaft, andere Positionen zu akzeptieren und, falls diese Positionen mehrheitsfähig sind, auch zu tolerieren. Tolerieren heißt übrigens nicht „gut finden“, wie einige zu glauben scheinen, sondern „aushalten“.

Drei Regeln fürs Diskutieren

Mein Wunsch wäre, dass wir wieder diskutieren. Und genau das möchte „Jetzt mal unter uns“ tun. Meine Kolleginnen, Kollegen und ich vertreten hier jeden Freitag einen Standpunkt. Und Sie, liebe Leserinnen und Leser, sind herzlich eingeladen, mit zu diskutieren. Per E-Mail, per Brief, per Online-Kommentar. Es gibt lediglich drei Grundregeln, die ich gerne befolgt wissen möchte:

  • Auch wenn die Standpunkte unterschiedlich sind, grüßt man sich auf der Straße, sobald man sich begegnet. Das ist ein Zeichen des Respekts und der Akzeptanz.
  • Auch wenn man eine andere Meinung hat, muss es möglich sein, gemeinsam ein Bier (oder Kaffee oder Wasser) zu trinken. Dabei kann man ja weiterdiskutieren.
  • Kein Bier für Rassisten (auch kein Kaffee und kein Wasser). Menschenverachtende Positionen sind die rote Linie, über die ich definitiv nicht diskutieren werde.

In diesem Sinne: Die Redaktion Lünen freut sich auf einen regen und fairen Meinungsaustausch!

Ach ja - meinen Ursprungs-Text möchte ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten:

Jetzt lesen
Hellweger Anzeiger Kolumne „Jetzt mal unter uns“

Hunde-Elend

Subjektiv, wertend oder politisch unkorrekt – RN-Redakteure sprechen freitags einmal „ganz unter uns“ über Themen, die sie und Lünen bewegen. Dabei möchten sie nicht so ganz ernst genommen werden. Zumindest nicht immer. Schreiben Sie unserem Autor: Daniel.Claessen@ruhrnachrichten.de
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