Hoppeditz schießt gegen „Fridays for Future“

In den rheinischen Karnevalshochburgen hat der närrische Frohsinn begonnen, vorerst allerdings begrenzt auf einen Tag. Obwohl der Auftakt diesmal auf einen Montag fiel, war der Besucherandrang groß. Düsseldorfs Hoppeditz kam auf einem E-Scooter.

11.11.2019, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hoppeditz schießt gegen „Fridays for Future“

Die Düsseldorfer Karnevalsfigur Hoppeditz spricht am Rathaus vor dem Jan-Wellem-Reiterdenkmal. Foto: Federico Gambarini/dpa

In den Karnevalshochburgen hat am 11.11. die närrische Zeit begonnen. Nach einer neunmonatigen Durststrecke stießen die Jecken am Montag bei akzeptablem Wetter - kalt, aber trocken - auf die fünfte Jahreszeit an.

Pünktlich um 11 Uhr 11 nahm der unvermeidliche Frohsinn seinen Lauf: In Düsseldorf wachte der Traditionsschelm Hoppeditz von den Toten auf. Passend zum Streit um den Dauerstau durch Umweltspuren in der NRW-Landeshauptstadt kam die jecke Kunstfigur auf einem E-Scooter vor dem Rathaus angefahren - und verspätete sich bei seinem gereimten Vortrag um einige Minuten.

Der Traditionsschelm schoss sogleich gegen „Fridays for Future“: „Ich bin ja froh, sag ich mal gewiss, dass heut Montag und nicht Freitag is - sonst hätten wir vielleicht, das wär unerhört, hier die Thunberg-Jünger beim Nix-Lernen gestört“, kalauerte Karnevalist Tom Bauer in der Hoppeditz-Rolle vor mehreren Tausend Zuschauern. Gegen die Demos habe er nichts, „doch nicht am Freitag wie ich find. Ja, da sollt lernen jedes Kind.“

Die Kölner Polizei war nach eigenen Angaben mit 1000 Beamten auf der Straße, um Exzessen vorzubeugen. Der Umstand, dass der Sessionsauftakt auf einen Montag fiel, führte nach Polizeiangaben nicht unbedingt zu weniger Zulauf. Die Stadt Köln teilte dagegen mit: „Es war deutlich weniger los als in den beiden Jahren zuvor.“

Am späten Nachmittag zählte die Kölner Polizei 32 Strafanzeigen, unter anderem wegen Körperverletzung und Drogenbesitzes. Auch zwei Sexualdelikte waren darunter. Die Polizei sprach 38 Platzverweise aus und nahm 14 Menschen in Gewahrsam. Zusätzlich wurden zwei Tatverdächtige festgenommen, nachdem von einem Hausdach Steine geworfen worden waren. Dabei wurde eine Person leicht verletzt.

In den rheinischen Hochburgen konkurriert der Karnevalsauftakt immer ein wenig mit St. Martin. Die einen singen „Viva Colonia“, die anderen „Laterne, Laterne“. Moderator Guido Cantz („Verstehen Sie Spaß?“) berichtete auf der Bühne auf dem Kölner Heumarkt, er habe am Sonntag beides miteinander kombiniert: Erst sei er auf zwei Herrensitzungen gewesen, und dann habe er in seinem Heimatort Köln-Porz die Martinsgeschichte vorgelesen. Das Rheinland sei eben sehr katholisch.

Die heiße Phase des Karnevals beginnt mit den großen Sitzungen im Januar und findet ihren Höhepunkt mit den Rosenmontagsumzügen. Die Session dauert diesmal bis zum 26. Februar, dann ist Aschermittwoch und Schluss mit lustig.

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