Hoher Besuch auf dem Jüdischen Friedhof und in der Alten Synagoge in Bork

dzNS-Gedenkstätten NRW

Die Alte Synagoge in Bork und der Jüdische Friedhof zwischen Selm und Bork gehören zu den NS-Gedenkstätten des Landes NRW. Am Mittwoch kam hoher Besuch.

Selm, Bork

, 03.11.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In idyllischer Ruhe liegt der Jüdische Friedhof zwischen Selm und Bork nicht gerade. Vor allem im Moment nicht: Während die Autos auf der Kreisstraße vorbeibrausen, arbeiten Bauarbeiter mit schwerem Gerät an der Baustelle direkt gegenüber vom Friedhof. Fredy Niklowitz, Archivar aus Selm und engagierter Historiker in Selm und Bork, ist für die kleine Gruppe, die am Mittwochnachmittag über den Friedhof geht, nicht so richtig gut zu verstehen.

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Das macht aber nicht so viel: Die Vertreter der Volkshochschule, des Borker Heimatvereins, Förderer der Synagoge - sie alle wissen ja eigentlich längst, was diesen besonderen Ort in Selm ausmacht. Besonders für einen in der Runde ist es aber der erste Besuch an der Gedenkstätte. Wegen ihm hat die Grunde sich dort an diesem Tag überhaupt erst eingefunden. Sein Name ist Klaus Kaiser. Er ist Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW. Hoher Besuch also.

Besuch aller 29 Gedenkstätten im Land

Warum er in Selm war, ist schnell erklärt: „Um sich ein umfassendes Bild von der Erinnerungsarbeit in Nordrhein-Westfalen zu machen, besucht er alle 29 NS-Gedenkstätten im Land“, heißt es in einer Presseerklärung zu dem Termin.

Nach der Führung über den Jüdischen Friedhof ging es noch weiter zu Alten Synagoge in Bork, wo Michael Reckers, Petra Bröscher und Manon Pirags von der VHS das vorstellten, wofür dieser Gedenk- und Veranstaltungsort steht.

Hoher Besuch auf dem Jüdischen Friedhof und in der Alten Synagoge in Bork

Fredy Nikolwitz machte eine kleine Führung über den Jüdischen Friedhof. © Marie Rademacher

Klaus Kaiser zeigte sich beeindruckt. Nicht nur von der besonderen Historie der beiden Orte. Auch davon, was bürgerschaftliches Engagement und die VHS aus ihnen gemacht haben. Gerade mit Blick auf den pädagogischen Aspekt sei es wichtig, „an authentischen Orten wie diesem hier ins Gespräch zu kommen“, so Kaiser. Das sei immens wichtig beim Gedenken und Aufarbeiten des Unrechts des Nationalsozialismus. Gerade in einer Zeit, „in der der Antisemitismus ja wieder salonfähig zu werde scheint“, so Kaiser.

„Gegen Parolen helfen Informationen“

In einer Zeit wie dieser sei vor allem eins wichtig: Information. „Leute, die informiert sind, unterliegen nicht den Parolen. Was gegen Parolen hilft, sind Informationen. Fakten gegen Fakes“, so Kaisers klare Worte zu Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit.

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An den Erinnerungsorten in Selm und Bork lobte er, dass es hier neben der VHS so viele „lokale Player“ - sprich Ehrenamtliche - sind, die die Erinnerungskultur pflegen und etwa durch Klezmerkonzerte immer wieder Leben in die Synagoge bringen.

Bei aller Lebendigkeit: In der Synagoge schwingt dabei immer der Gedanke als Mahnung mit, dass in den allermeisten Fällen keines dieser Leben einem Menschen jüdischen Glaubens gehört.

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