Hoesch Schwerter Profile: Antrag auf vorläufige Insolvenz beim Amtsgericht gestellt

dzSchwerter Profile

Auch wenn es immer wieder finanzielle Schwierigkeiten gab, Hoesch Schwerter Profile GmbH wurde jedes Mal gerettet. Doch Donnerstag ging ein Antrag auf vorläufige Insolvenz ein.

Schwerte

, 20.12.2019, 09:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon seit Wochen ging das Gerücht um, es stehe schlecht um Hoesch Schwerter Profile. Am Donnerstagmittag ging dann beim Amtsgericht in Hagen ein Antrag auf vorläufige Insolvenz für die Hoesch Schwerter Profile GmbH ein. Zum Insolvenzverwalter wurde der Dortmunder Rechtsanwalt Achim Thomas Thiele bestellt.

Eine Betriebsversammlung, die eigentlich für Montag in der Rohrmeisterei angesetzt war, hatte man wieder abgesetzt. Man wolle sie auf Januar verschieben, weil noch einiges zu verhandeln sei, hatte IG-Metall-Bevollmächtigter Jens Mütze auf Anfrage der Redaktion erklärt.

Presswerk mit 100 Beschäftigten wurde 2016 ausgegliedert

Betroffen vom Verfahren ist derzeit nur das Walzwerk mit seinen immerhin 400 Beschäftigten. Das ist firmenrechtlich die Hoesch Schwerter Profile GmbH. 2016 wurden laut eigenem Internetauftritt die Warmstrangpressaktivitäten in die Firma Hoesch Schwerter Extruded Profiles GmbH ausgegliedert. Hier sind 100 Menschen beschäftigt.

Das geschah auch deshalb, weil es für das Presswerk einen Finanzinvestor aus China gab. Beide Unternehmen gehören zur italienischen Firma Calvi Holding SpA/Calvi Network, die auch noch andere Unternehmen der Branche mit ähnlichen Produkten vereint.

Insolvenzverfahren kann Firma oder Gläubiger beantragen

Die Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens kann die Firma selbst oder ein Gläubiger beantragen. Dann wird ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt, der eine Mitarbeiterversammlung einberuft. Die Mitarbeiter erhalten dann normalerweise Insolvenzgeld.

Das Insolvenzgeld wird für einen Zeitraum von maximal drei Monaten gezahlt, bis dahin muss das vorläufige Insolvenzverfahren abgeschlossen sein. Der Insolvenzverwalter prüft bis dahin, ob das Unternehmen gerettet werden kann, sucht Investoren, leitet ein Insolvenzverfahren ein oder er weist die Insolvenz mangels Masse ab.

Belegschaft wurde am Vormittag informiert

Am Freitagvormittag wurde die Belegschaft informiert. Am Nachmittag gab es ein Presseerklärung: „Der vorläufige Insolvenzverwalter verschafft sich gegenwärtig einen ersten Überblick über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens.

Geschäftsführung und vorläufiger Insolvenzverwalter beabsichtigen, das Unternehmen auch im Rahmen des Insolvenzverfahrens uneingeschränkt fortzuführen. Die hierfür notwendigen Maßnahmen werden umgehend eingeleitet.

Die Belegschaft des Unternehmens ist heute im Rahmen einer ersten Informationsveranstaltung über die Einleitung des Insolvenzeröffnungsverfahrens in Kenntnis gesetzt worden. Die Zahlung der Löhne und Gehälter ist über das Insolvenzausfallgeld für den Zeitraum bis Ende Februar 2020 sichergestellt.

Die Hoesch Schwerter Profile GmbH beschäftigt in Schwerte insgesamt 394 Mitarbeiter und 18 Auszubildende. Sie stellt warmverformte Spezialprofile her, die in unterschiedlichsten Produkten Verwendung finden.“

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