Historiker: Porschestraße und elf andere Straßen in Düsseldorf sollten umbenannt werden

Umbenennung von Straßen

Historiker haben der Stadt Düsseldorf empfohlen, die Porschestraße in Düsseldorf umzubenennen. Straßen, die nach Ferdinand Porsche benannt wurden, gibt es auch in anderen NRW-Städten.

Düsseldorf, NRW

24.01.2020, 08:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Historiker: Porschestraße und elf andere Straßen in Düsseldorf sollten umbenannt werden

Die "Porschestraße" gibt es auch in Wolfsburg. © picture alliance / dpa

Eine Historiker-Kommission hat der Stadt Düsseldorf die Umbenennung der nach Ferdinand Porsche (1985-1951) benannten Straße sowie von elf weiteren Straßen empfohlen.

Porsche sei von „Hitlers Lieblingskonstrukteur“ zum „Wehrwirtschaftsführer“ aufgestiegen. Das NSDAP-Mitglied sei für seine Verdienste um die Kriegsindustrie zum „SS-Oberführer ehrenhalber“ ernannt worden, berichtete der Beirat.

Unter seiner Leitung seien zeitweise 70 Prozent der VW-Stammbelegschaft Zwangsarbeiter, KZ-Insassen und Kriegsgefangene gewesen, der er zum Teil selbst angefordert habe. 1944 habe das NS-Regime Porsches Initiative zur Beschäftigung von Zwangsarbeitern in unterirdischen Fertigungsstätten mit dem Totenkopfring des Reichsführers SS honoriert.

Porschestraße in anderen N
RW-Städten

Porschestraßen gibt es in Nordrhein-Westfalen nicht nur in Düsseldorf. Auch in Bochum, Kaarst, Wuppertal und Leverkusen gibt es Straßen, die nach Ferdinand Porsche benannt wurden - sowie in vielen anderen Städten in Deutschland.

Über die Umbenennung muss der Stadtrat entscheiden. Dessen Kulturausschuss hatte den Auftrag erteilt, jene Straßennamen zu überprüfen, deren Namensgeber nach dem Jahr 1870 verstorben waren. Die Namensgeber sollten auf eine Verstrickung in Kolonialismus, Militarismus, Nationalsozialismus und Antisemitismus überprüft werden.

Der über 300 Seiten umfassende Abschlussbericht wurde am Donnerstag vorgestellt. 650 Namensgeber seien überprüft worden. Zu 79 Persönlichkeiten wurden Gutachten angefertigt.

Als schwer belastet und nicht haltbar stufte der Rat neben Porsche unter anderen Theodor Leutwein (1849-1921), Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, Alfred Graf von Schlieffen (1833-1913), preußischer Generalfeldmarschall sowie den ehemaligen Bundesverkehrsminister und Vize-Kanzler Hans-Christoph Seebohm (1903-1967) ein.

dpa/kar

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