Hier lernen „die guten Hacker des Ruhrtal-Gymnasiums“

dzComputer-AG

Von wegen Elektroschrott: In der Kreativ-Studio-AG haben Gymnasiasten alten Computern neues Leben eingehaucht. Und nebenbei eine Menge Medienkompetenz erworben.

Schwerte

, 01.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Die iMacs sehen aus wie neu, gelten aber nach zehn Lebensjahren schon als Elektroschrott. Vor allem, weil ihr Betriebssystem von Apple nicht mehr aktualisiert wird. Am Ruhrtal-Gymnasium waren die Rechner aus Sicherheitsgrünen bereits aussortiert worden, bis Schülerinnen und Schüler der Kreativ-Studio-AG unter der Leitung von Musiker und Medienfachmann Daniel Schlep ihnen neues Leben eingehaucht haben.

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 6 bis 8 sind stolz auf den Titel „die guten Hacker des RTG“, den Schlep ihnen veliehen hat, nachdem sie das freie Betriebssystem Linux auf die iMacs gespielt und sie damit für mindestens weitere vier Jahre zu leistungsfähigen Partnern in der Arbeitsgemeinschaft gemacht haben. Schon jetzt sind die Schüler gespannt auf die Arbeit mit der freien Software, die Schlep ihnen vorstellt und mit ihnen gemeinsam auf die Rechner überspielt. Da locken unter anderem Spiele, die man selbst verändern kann, und ein komplettes Tonstudio.

Die „guten Hacker“ lernen Medienkompetenz

Für Schlep ist der Umgang mit den Anwendungen lange nicht so wichtig wie die Erziehung zur Medienkompetenz, die er in der AG verankern will. „Die Zukunft gehört denen, die Medien verstehen und nicht nur nutzen“, hat er seinen Schülern ins Stammbuch geschrieben. Er sagt: „Wir stellen nicht einfach nur Rechner hin, sondern hinterfragen ihre Möglichkeiten und sprechen über ihre Nutzung.“ Ganz nebenbei sensibilisiere das „Rechner-Recycling“ die Schüler auch für einen sparsamen Umgang mit Ressourcen - ökonomisch und ökologisch.

Eine Arbeitsgemeinschaft mit fünf Schülern hatte er geplant. Daraus geworden sind zwei Gruppen mit annähernd 50 Teilnehmern. Dem RTG stellt Schlep, der an vielen Schulen unterwegs ist, ein großes Lob aus: „Ich bin bei den Schülern auf ein beachtliches Vorwissen gestoßen und kann hier auf einer guten Basis aufbauen.“ Kritische Fragen der Schüler zum verantwortlichen und sicheren Umgang mit Daten hätten gezeigt, dass sie sich keineswegs unkritisch im weltweiten Netz bewegen. Dazu passt Schleps Unterrichtsziel: „Medien verstehen und sinnvoll einsetzen“.

Freie Software auf ausrangierten Rechnern

Für zu Hause hat Schlep seinen wissbegierigen Schülern übrigens den Tipp mitgegeben, nicht am neuesten Computer der Eltern das in der Schule Gelernte auszuprobieren, sondern sich zum Beispiel ein ausrangiertes Notebook zu nehmen und darauf mit freier Software zu experimentieren, um sie nicht nur anzuwenden, sondern auch verstehen zu lernen.

Diese Mädchen und Jungen werden später vermutlich nicht kopfschüttelnd vor ihrem Rechner sitzen und sein „Eigenleben“ beklagen, das von dem des ahnungslosen Nutzers Lichtjahre entfernt ist.

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