Helge Achenbach will schuldenfrei sterben

Der vor mehr als einem Jahr aus der Haft entlassene Helge Achenbach (67) ist als Kunstberater wieder gefragt. „Ich sitze hier wie der Berg in Kaarst - und die Leute kommen“, sagte Achenbach der Deutschen Presse-Agentur. Deutschlands einst bekanntester Kunsthändler betreibt auf einem Hof in Kaarst bei Düsseldorf im niederrheinischen Flachland einen Verein für verfolgte Künstler.

13.10.2019, 10:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Helge Achenbach will schuldenfrei sterben

Der Kunstberater Helge Achenbach steht in einem Atelier vor seinen Bildern. Foto: Oliver Berg/dpa

Ein Comeback auf dem Kunstmarkt schließt Achenbach nicht aus. „Der fromme Wunsch ist, dass mir mit ein paar beratenden Mandaten die Möglichkeit eröffnet wird, alle meine Schulden loszuwerden.“ Es gebe „spannende Projekte“, und er werde auch oft angesprochen. „Das tut auch meiner Seele gut“, sagte Achenbach. „Mein großes Ziel ist, dass ich am Ende schuldenfrei sterbe.“

Auf Kunstmessen und Vernissagen zieht es ihn allerdings nicht mehr. Den „Tanz ums goldene Kalb“ könne er nicht mehr ertragen. „Ich kann es nicht mehr hören. Es ist alles so ein verlogenes Gesabbel.“ Seine Gesamtschulden schätzt Achenbach auf 20 bis 30 Millionen Euro.

Achenbach hat vier Jahre wegen Millionenbetrugs an reichen Kunden in Haft gesessen. Er hatte den 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht mit fingierten Rechnungen um rund 20 Millionen Euro betrogen. Am Mittwoch (16. Oktober) erscheint Achenbachs Autobiografie „Selbstzerstörung“.

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