Heinrich Hane stirbt mit 19 Jahren in einem letzten Gefecht

dzHintergrund

Fröndenberg

, 26.10.2018, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eines der Schicksale, die die beiden Ortsheimatpfleger aus dem Kirchspiel Frömern recherchiert haben, ist das von Wilhelm Hane aus Ostbüren. Dank eines Fundes auf dem Dachboden von Nachfahren Hanes, dem Ehepaar Degenhardt, konnte Gerd Höneise die letzten Lebensmonate des Müllers wie Mosaiksteinchen zusammensetzen.

Dokumente in zugeklebtem Karton auf Dachboden gefunden

„Die Dokumente lagen in einem zugeklebten Karton, der mindestens seit einer Generation nicht angerührt worden war“, erzählt Höneise. Hane, Jahrgang 1898, wird vermutlich im Mai 1917 zum Kriegsdienst einberufen. In Frankreich eingesetzt teilt er seiner Familie regelmäßig auf Feldpostkarten mit, wie es ihm ergeht. „Habe den Brief mit Inhalt gestern erhalten“, schreibt Heinrich Hane seinen Eltern Weihnachten 1917. Ab dem 14. März 1918, das beweisen die Dokumente, muss Hane in Maubeuge direkt an der belgischen Grenze kämpfen. Gerd Höneise hat die letzten Feldpostkarten Heinrich Hanes entziffert: „Sehr regnerisch“ sei es gewesen während der sogenannten Kaiserschlacht, einer deutschen Offensive, mit der General Ludendorff einen entscheidenden Angriff gegen die britische Armee bezweckte. „Heinrich Hane hat im Schützengraben gelegen, um Kleidung gebeten“, schildert Gerd Höneise.

Höneise selbst ist fünf Jahre alt, als sein Vater aus der Kriegsgefangenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrt. „Ich konnte nachempfinden, was Heinrich Hane gefühlt hat und wie seine Familie gelitten hat.“ Für ihn war das innerer Antrieb genug, um sich an Alfred Leiders Projekt zu beteiligen.

Post des 19-jährigen Grenadiers bleibt unbeantwortet

Es ist immer noch März, als der 19-jährige Heinrich Hane auf Post seiner Familie nicht antwortet. Auch eine zweite Karte bleibt unbeantwortet. Höneise: „Dann war man sich sicher, dass er umgekommen ist.“ Kaum ein Trost für die Familie war wohl die recht schnelle Todesnachricht am 7. April 1918: „Verstorben im Felde durch Kopfschuss am 24.3.1918 bei Maubeuge.“ Oft warteten die Angehörigen ein Jahr auf eine Meldung. Heinrich Hane hätte als Sohn die Mühle der Familie übernehmen sollen. Gerd Höneise: „In den schönsten Jahren seiner Jugend musste er stattdessen in den Krieg und hat ein Jahr lang im Dreck gelebt.“

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