Heimatverein macht Bestandsaufnahme: Acht Notfallplaketten an Bänken beschädigt

Rettungspunkte

Sie können Leben retten. Oder durch den Gewinn von ein paar wichtigen Minuten zumindest dazu beitragen: die Notfallplaketten auf Bänken. Umso ärgerlicher, dass einige beschmiert wurden.

Selm

, 29.10.2018, 05:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heimatverein macht Bestandsaufnahme: Acht Notfallplaketten an Bänken beschädigt

Dieter Bohnenkemper vom Heimatverein Selm ist jetzt herumgegangen und hat die Notfallplaketten auf den Bänken in Selm kontrolliert. Oft musste er dabei aktiv werden. © Marie Rademacher

Nord 51°41.432 und Ost 7°28.000: Das sind die Koordinaten des Rettungspunktes SE 0 (siehe Foto) – direkt vorm Selmer Bürgerhaus. Seit zwei Jahren sind an den Bänken, die auf diesem Platz stehen, Plaketten mit der Bezeichnung dieses Rettungspunktes angebracht. Nennt man sie im Fall eines Notfalls der Leitstelle, weiß sie genau, zu welcher Bank sie Notarzt oder Krankenwagen schicken soll, wie auch Constanze Rauert, Sprecherin vom Kreis Unna, bestätigt. Ein einfaches Prinzip – deshalb hatte der Heimatverein Selm 2016 auch die Initiative ergriffen, um es auch an öffentlichen Bänken in Selm zu etablieren. Jetzt, nach zwei Jahren, war der Heimatverein in Person von Dieter Bohnenkemper unterwegs, um eine Bestandsaufnahme zu machen. „Acht Schilder sind beschädigt“, sagt Dieter Bohnenkemper.

„Wer macht sowas?!“

Das Kopfschütteln, das seine Worte begleitet, deutet an, wie unverständlich es für ihn ist, dass jemand die Plaketten mutwillig übersprüht, die Farbe herauskratzt oder sogar etwas herausfräst. „Wer macht sowas?!“, fragt er – immer noch kopfschüttelnd, während er eins der Schilder vorm Bürgerhaus abschraubt. Mit weißer Farbe ist die Nummer übersprüht. Man kann sie noch lesen – aber schlecht. Dieter Bohnenkemper nimmt das Schild ab, er wird es später zu Hause reinigen und so in Ordnung bringen, dass es wieder angebracht werden kann. „Wenn jetzt hier auf dieser Bank jemanden schlecht wird und er dann einen Rettungsdienst rufen will, ist das natürlich schlecht“, sagt er zum Fehlen des Schildes.

138 Bänke auf der Liste

Klar: Vor dem Bürgerhaus ist der Standort in einem Notfall auch ohne Rettungspunkt schnell beschrieben. Anders sieht das aber an anderen Ruhebänken im Stadtgebiet – etwa an nicht viel belaufenen Spazierwegen. Mittlerweile hat die Stadt Selm 138 Bänke in allen drei Ortsteilen mit Rettungspunkten versehen und die Koordinaten an die Leitstelle weitergegeben. Stadtsprecher Malte Woesmann ergänzt zu dieser Info allerdings: „Die Liste wird derzeit überarbeitet und gegebenenfalls ergänzt. Die Bank am Kriegerehrenmal ist zum Beispiel zurzeit wegen der Baustelle abgebaut. Bei Bank 59 am Ternscher See kommt eine weitere Bank in Kürze dazu“, erklärt er. Wie oft die Rettungspunkte in einem Notfall bereits bei der Leitstelle als Standort angegeben werden, konnte der Kreis auf Anfrage nicht sagen. „Darüber führen wir keine Statistik“, so Sprecherin Constanze Rauert. Anders sieht das im Kreis Coesfeld aus. In Nordkirchen beispielsweise gibt es – auch auf Initiative des Heimatvereins – ebenfalls Notfallplaketten an Bänken. Im Jahr 2017 gab es drei Einsätze, bei denen zur Standortbestimmung der die Angabe des Rettungspunktes angegeben wurde – und so beim Retten geholfen hat.

- Blick auf Olfen und Nordkirchen

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160 Bänke mit Notfallplaketten gibt es mittlerweile in der Gemeinde Nordkirchen. Dahinter steckt die Arbeit von zwei Mitgliedern des Heimatvereins, die dafür jetzt ausgezeichnet wurden. Von Karim Laouari

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