Handwerksbetriebe können ihren Bedarf an Auszubildenden nicht decken

Statistik

Ein Plus von 15,7 Prozent im Kreis Unna: Gemessen an Neuverträgen scheint der Ausbildungsmarkt im Handwerk gesund zu sein. Dennoch ist die Lage besorgniserregend.

Kreis Unna

05.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Zum neuen Ausbildungsjahr schlossen die in der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe organisierten Betriebe mit Sitz im Kreis Unna 384 neue Lehrverträge ab. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 15,7 Prozent.

Kreis Unna Zugpferd in der Region Hellweg-Lippe

Die Region ist damit Zugpferd im Bereich der Kreishandwerkerschaft: Im Stadtgebiet Hamm beträgt das Plus 8,9 Prozent, im Kreis Soest ist die Zahl der neuen Ausbildungsverträge sogar um 5,9 Prozent rückläufig – unterm Strich bleibt für die Region Hellweg-Lippe eine durchschnittliche Steigerung um 4,2 Prozent. Damit erlernen aktuell 3208 junge Menschen ein Handwerk in den Innungsbezirken. Das Interesse speziell im Kreis Unna geht dabei in die technisch ausgerichteten Bau- und Ausbau-Gewerke wie Zimmerer, Maler und Lackierer oder auch Dachdecker. Aber auch Feinwerkmechaniker, Tischler oder Kaufleute für Büromanagement wurden mehr nachgefragt. Rückläufig waren die Zahlen bei den Fachverkäufern des Lebensmittelhandwerks sowie bei den Friseuren.

Handwerksbetriebe können ihren Bedarf an Auszubildenden nicht decken

Detlef Schönberger, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe © Borys Sarad

„Uns freut besonders, dass wir nun schon im vierten Jahr wachsende Zahlen bei den Neuzugängen haben“, wird Hauptgeschäftsführer Detlef Schönberger in einer Mitteilung der Kreishandwerkerschaft zitiert. Dennoch sei die Lage besorgniserregend, zumal die Zahl der jungen Nachwuchskräfte in Summe immer noch „viel zu gering“ sei.

Mindestens 140 Lehrstellen sind noch unbesetzt

Ein Indiz dafür: 140 Ausbildungsstellen sind in den Kreisen Unna und Soest sowie in der Stadt Hamm derzeit noch unbesetzt und können im Prinzip von heute auf morgen vergeben werden – und das sind nur die Plätze, die der Kreishandwerkerschaft gemeldet worden sind. Die Dunkelziffer ist vermutlich hoch.

Gleichzeitig wechseln in den Handwerksbetrieben der Region immer mehr Mitarbeiter in den Ruhestand. Es bleibe also auch in den kommenden Jahren eine der wichtigsten Aufgaben von Innungen und Handwerksbetrieben, Eltern, Schüler und Lehrer von den großen Chancen einer dualen Ausbildung im Handwerk zu überzeugen.

Das Handwerk bietet viele Aufstiegsmöglichkeiten

„Eine Ausbildung im Handwerk ist keine Sackgasse“, wird Schönberger nicht müde, zu betonen. Mit einer Ausbildung im Handwerk stünden alle Zukunfts- und Entwicklungschancen offen. Vom Gesellenbrief über breit gefächerte Weiterbildungen, Meisterprüfung und Anschlussmöglichkeit eines Studiums bis hin zum Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit; im Handwerk sei praktisch alles möglich.

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