Hakenkreuze: Mehr als 100 jüdische Gräber im Elsass geschändet

Antisemitismus

Unbekannte haben rund 100 Gräber auf einem jüdischen Friedhof im Elsass geschändet. Auf den Grabsteinen stehen antisemitische Graffiti und Hakenkreuze. Der Vorfall ist Teil einer ganzen Welle.

Westthoffen

04.12.2019, 08:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hakenkreuze: Mehr als 100 jüdische Gräber im Elsass geschändet

Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof Westhoffen, rund 25 Kilometer von Straßburg entfernt, wurden mit schwarzen Hakenkreuzen beschmiert. © Foto: Präfektur Bas-Rhin/dpa

Unbekannte haben im Elsass Gräber auf einem jüdischen Friedhof geschändet. Auf 107 Grabstätten des Friedhofs Westhoffen, rund 25 Kilometer von Straßburg entfernt, seien antisemitische Inschriften und Hakenkreuze gefunden worden, teilte die Präfektur Bas-Rhin am Dienstag mit.

Auch auf dem jüdischen Friedhof der Gemeinde Schaffhouse-sur-Zorn seien am Dienstagvormittag antisemitische Graffiti entdeckt worden. Wie viele Gräber dort betroffen waren, war zunächst nicht bekannt.

Der Präfekt der Region Grand Est an der Grenze zu Deutschland, Jean-Luc Marx, verurteilte die Schändung der Gräber und sagte der jüdischen Gemeinde seine Unterstützung zu. Die feigen Handlungen des Hasses dürften nicht das Zusammenleben der Gesellschaft in Frage stellen, hieß es in einem Statement der Präfektur. Die Welle der antisemitischen, rassistischen und migrantenfeindlichen Handlungen, die die Region in den vergangenen Monaten getroffen habe, müsse bekämpft werden.

Innenminister spricht von „abscheulichen Taten

Die „abscheulichen Taten“ seien eine Beleidigung der Werte der Republik, schrieb Innenminister Christophe Castaner auf Twitter. Es werde alles getan, damit diese nicht ungestraft blieben. Die Gendarmerie sei im Einsatz, um die Täter zu finden, so Castaner.

Die neuen Schmierereien reihen sich in eine Serie antisemitischer Vorfälle im Elsass ein, die bereits Anfang des Jahres in Frankreich für Empörung gesorgt hatten. Auf dem jüdischen Friedhof von Quatzenheim, nordwestlich von Straßburg, hatten Unbekannte im Februar rund 80 Gräber mit Hakenkreuz-Schmierereien geschändet. Staatschef Emmanuel Macron besuchte nach dem Vorfall die kleine Gemeinde.

Im März wurde das Eingangsportal und eine Seitenwand einer ehemaligen Synagoge in der Gemeinde Mommenheim ebenfalls mit Hakenkreuzen bemalt entdeckt. Die Vorfälle lösten eine Debatte über zunehmenden Antisemitismus in Frankreich aus.

RND/dpa

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