Häuser und Bauland in Lünen sind teuer - worauf Käufer nun achten sollten

dzImmobilienpreise

Die Preise für Immobilien und Bauland sind in Lünen weiter gestiegen. Was aber bedeutet das nun für Häuslebauer und Vier-Wände-Sucher - lieber abwarten oder schnell zuschlagen?

Lünen

, 26.02.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein frei stehendes Einfamilienhaus mit 500 Quadratmeter Grundstück in guter Lage kostet in Lünen im Durchschnitt 400.000 Euro - so hat es der Gutachterausschuss für Grundstückswerte der Stadt Lünen ausgerechnet. Ein Grundstück für ein Einfamilienhaus schlägt im Mittel mit 147.000 Euro zu Buche - wohlgemerkt, ohne das jemand schon die Schüppe angesetzt hätte.

Kurzum: Wer sich ein Haus zulegen will, sollte sich das gut überlegen. Grundsätzlich rät die Verbraucherzentrale NRW dazu, nicht nur die gegenwärtige Situation, sondern auch die Zukunft zu berücksichtigen: „Lässt sich die Kreditrate auch dann noch problemlos verkraften, wenn aufgrund eines unfreiwilligen Jobwechsels oder einer Krankheit das Einkommen sinkt?“ ist zum Beispiel eine der Fragen, die sich ein Interessent vor dem Haus- oder Grundstückskauf stellen sollte.

Grundlegende Vermögensanalyse

Klar, es gibt die Möglichkeit, sich gegen Zahlungsengpässe zu versichern. Aber das kostet eben auch wieder Geld. Und deshalb will Ludger Suttmeyer, Vorstand der Volksbank Lünen, die Frage, wer sich in heutigen Zeiten ein Haus leisten kann, nicht pauschal beantworten: „Das hängt von einer grundlegenden Analyse der jeweiligen Vermögensverhältnisse ab.“

Wenn jemand beispielsweise nach einer Anlagemöglichkeit für sein Geld sucht und Immobilien in seine Vermögenspalette passen, dann „wäre das aus meiner Sicht eine höchst geeignete Option“. Zumal Suttmeyer nicht glaubt, dass in der Emscher-Lippe-Region eine Preisblase droht. „In Regionen wie Münster oder Düsseldorf sieht das schon anders aus. Aber hier bei uns sehe ich diese Gefahr eher nicht.“ Es gebe eine leichte Steigerung der Preise, diese sei aber nicht überzogen.

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Vielmehr müsse man eher eine teurere Immobilie ins Auge fassen, denn: „Die Lage ist entscheidend.“ Auch bei Häusern gelte das Sprichwort „Wer billig kauft, kauft doppelt.“ Als Geldanlage taugen Immobilien laut Suttmeyer nur, wenn auch die entsprechende Nachfrage vorhanden ist. „Und das ist nunmal in Gegenden der Fall, die eine entsprechende Lagequalität bieten.“ Und das würde sich dann auch im Preis niederschlagen.

Tilgung nicht zu niedrig ansetzen

Und was ist mit der vierköpfigen Familie, die kein Geld anlegen, dafür aber endlich aus ihrer Drei-Zimmer-Wohnung ausziehen möchte? „Derjenige, der sich durch sein Einkommen mehr leisten kann als die Miete, sollte die Chance jetzt nutzen“, rät Ludger Suttmeyer. Zwar gingen die Preise weiter nach oben, das Zinsniveau bleibe jedoch niedrig: „Eine gute Einstiegsmöglichkeit für den Immobilienerwerb.“ Allerdings weist der Volksbank-Vorstand darauf hin, dass bei derart niedrigen Zinsen die Tilgungsrate erhöht werden sollte: „Wer mit einem Prozent tilgt, der zahlt 50 Jahre ab.“

Womit wir wieder bei den Zukunftsszenarien wären, die schon die Verbraucherzentrale angesprochen hatte. Sind weitere Kinder geplant, die zunächst wegen Elternzeit für geringeres Einkommen sorgen und später im Studium Unterstützung benötigen? Lässt sich der Lebensstandard auch mit Krediten und Nebenkosten der Immobilie halten?

„Zinsniveau wird niedrig bleiben“

Wenn man sich über die Zukunft klar ist, kann man den Blick auf die Gegenwart richten. Laut Verbraucherzentrale gilt die Faustregel nach wie vor: Mindestens 10 Prozent des Kaufpreises sowie Grunderwerbssteuer und Notarkosten sollten aus Eigenkapital finanziert werden. Gelingt das nicht, sollte eine höhere Tilgung gewählt werden, um die Darlehenssumme schneller zu verringern.

Ludger Suttmeyer rät Kunden generell zu höheren Tilgungsraten. „Das Zinsniveau ist niedrig, und das wird es wohl auch noch ein paar Jahre bleiben.“ Die Verbraucherzentrale rät zudem, sich die Möglichkeit einer jährlichen Sondertilgung in den Vertrag schreiben zu lassen - „und zwar mindesten fünf Prozent der Kreditsumme“.

Um nicht in der Zukunft von möglicherweise steigenden Zinsen überrascht zu werden, können sich Kunden ihren Wert festschreiben lassen. Zehn Jahre sind üblich, wer den Zinssatz länger halten will, bezahlt das meistens mit höheren Prozentsätzen - hat dafür aber langfristige Sicherheit. Suttmeyer: „Derzeit besteht die Möglichkeit, sich einen Zinssatz über 30 Jahre zu sichern - zum Preis von 15 Jahren.“

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