Häftlings-Tod durch Legionellen-Infektion: Ursache unklar

Fast einen Monat nach dem Tod eines im Gefängnis von Hagen inhaftierten Drogendealers durch Legionellen ist der Infektionsweg immer noch unklar. Das hat das NRW-Justizministerium in einem Bericht an den Landtag mitgeteilt. Die in der JVA Hagen genommenen Wasserproben seien unauffällig geblieben.

06.11.2018, 15:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Häftlings-Tod durch Legionellen-Infektion: Ursache unklar

Das Blaulicht eines Streifenwagens der Polizei. Foto: Stefan Puchner/Archiv

Trotz Behandlung zuletzt in einer Spezialklinik in Aachen war der 47-Jährige gestorben. Er war im geschlossenen Vollzug untergebracht, so dass er sich die Infektion im Gefängnis zugezogen haben dürfte. Wegen bandenmäßigen Drogenhandels verurteilt, hätte er seine Strafe noch bis 2025 absitzen müssen. Die Staatsanwaltschaft Hagen habe inzwischen ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

Die sanitären Anlagen in dem Gefängnis stammen aus dem Jahr 1923 und seien zuletzt 1960 saniert worden, berichtete das Ministerium weiter. Sie zählen damit zu den ältesten im NRW-Vollzug.

Als Möglichkeit war eine Ansteckung beim Duschen angenommen worden. Im Wasserdampf können sich Legionellen verbreiten und beim Einatmen zur Infektion führen. Daher seien die Duschen im betroffenen Gebäude vorsorglich mit Sterilfiltern nachgerüstet worden. Weil diese von den Gefangenen manipuliert worden seien, habe das Duschen zeitweise stark eingeschränkt werden müssen.

Derzeit würden als weitere Vorsorgemaßnahme alle Gefangenen mit Erkältungssymptomen in Hagen gezielt untersucht. Die Grünen hatten den Bericht der Landesregierung beantragt.

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