Häftling nach langer Flucht in Serbien gefasst

Ein getürmter Häftling aus der Sicherungsverwahrung der JVA Werl ist in Serbien gefasst. Ob er nach Deutschland zurückkommt, ist noch ungewiss. Die Suche nach einem aus der JVA Bochum geflohenen Häftling geht weiter.

01.10.2019, 09:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach gut sechs Monaten auf der Flucht ist der als gefährlich eingestufte Häftling aus der JVA Werl in Serbien gefasst worden. Der 32-Jährige sei festgenommen worden, ob er von dort aus nach Deutschland überführt werde, sei aber noch ungewiss, sagte ein Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft am Dienstag. Der Mann mit serbischen Wurzeln hatte zwei Bedienstete beim Besuch seiner Eltern im März im ostwestfälischen Bad Salzuflen ausgetrickst, war durch ein Badezimmerfenster und mit dem Auto der Eltern entkommen. Über die Festnahme hatte zuvor das „Westfalen-Blatt“ berichtet.

Nach dem Deutschen mit serbischen Wurzeln war europaweit gefahndet worden. Der Häftling war Anfang 2015 wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Weil Daniel V. nach Strafverbüßung weiterhin als Gefahr galt, kam er nicht frei, sondern 2017 in die Sicherungsverwahrung der Justizvollzugsanstalt Werl.

Wie es für den Gefassten weitergeht, war zunächst unklar. „Es kann sein, dass er in Serbien eine Straftat begangen hat und sich für die serbischen Behörden in Haft befindet“, erläuterte der Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft. Es sei aber auch möglich, dass er in Serbien in Haft genommen wurde, „weil er von uns international zur Festnahme ausgeschrieben worden ist.“ Dann würde sich Daniel V. in Auslieferungshaft befinden.

Dem Mann waren bei seinem Freigang im März - anders als zuvor - erstmals keine Hand- oder Fußfesseln angelegt worden. Er hatte eine Reihe von Gewalttaten und Raubüberfälle begangen, bis er 2014 einem Türsteher ins Bein schoss und zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt wurde. Das NRW-Justizministerium hatte nach seiner Flucht mitgeteilt, dass sein Ausreißen für ihn juristisch folgenlos wäre, sofern er auf der Flucht keine Straftat begehe. Die bloße Flucht „unterfällt keiner Strafvorschrift und ist somit straflos“, hieß es damals.

Nach einem weiteren getürmten Häftling fahnden die Ermittler nach wie vor: Von dem vor gut sechs Wochen filmreif aus der JVA Bochum entkommenem Straftäter gibt es der Polizei zufolge noch keine heiße Spur. Der Mann hatte Mitte August mit Hilfe einer Stangenkonstruktion die Gefängnismauer überwunden.

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